BUNDESLIGA

Covic: „Ich will sechs Punkte aus den Derbys gegen Union“

Hertha-Trainer Ante Covic spricht über seine Karriereplanung, die Ausleihe von Marko Grujic und den Verkauf von Valentino Lazaro.

Die Zukunft gehört Berlin und Ante Covic: Herthas neuer Trainer stellte sich am Montag vor.

Die Zukunft gehört Berlin und Ante Covic: Herthas neuer Trainer stellte sich am Montag vor.

Foto: Reto Klar

Berlin. Mit der offiziellen Vorstellung vom neuen Cheftrainer Ante Covic (43) ist bei Hertha BSC die Vorbereitung für die Bundesliga-Saison 2019/20 gestartet. Covic hatte 1997 bis 2000 insgesamt 62 Bundesliga-Spiele für den Hauptstadt-Klub absolviert. Seit 2010 arbeitete der gebürtige Berliner im Trainerstab von Hertha. In den vergangenen sechs Jahre betreute Covic die U23 von Hertha BSC. Bei seiner Präsentation sagte Ante Covic über ...

den Job als Cheftrainer: Ich bin dem Verein sehr dankbar für diese Gelegenheit. Ich begegne der Situation mit viel Respekt. Aber ich sehe vor allem die Chancen.

seinen früheren Ruf als Hallodri: Ich hätte aus meiner Spielerkarriere mehr machen können, hätte ich den nötigen Fleiß gehabt, den ich jetzt als Trainer habe. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.

seine Karriereplanung: Viele junge Trainer versuchen zu früh Schritte nach vorne zu machen. Ich habe diesen Beruf von der Pike auf gelernt. Ich habe bei der U15 bei Hertha angefangen, war bei der U19 und bei der U23 und gehe jetzt in mein zehntes Jahr als Trainer. Für mich ist es der richtige Zeitpunkt, jetzt den nächsten Schritt zu machen.

Trainer-Vorbilder: Ich finde, man soll einen Trainer nicht darauf festlegen, ob er ein Laptop-Trainer ist oder ein Oldschool-Trainer. Seit Jahrzehnten wird Fußball gespielt, beide Aspekte haben ihren Reiz. Mich haben Hermann Gerland und Jürgen Röber geprägt. Weil sie vermittelt haben, dass in diesem Geschäft im Umgang mit den Spielern eine gewisse Menschlichkeit gut tut. Das versuche ich aufrecht zu erhalten.

seine Erwartungen: Wir haben bei Hertha eine relativ junge Mannschaft. Die Jungen zu zügeln, ist relativ schwer. Ich will sie von der Leine loslassen. Wir wollen eine Flexibilität ins Spiel bringen, ob das ein 4-3-3 sein wird oder ein 3-5-2, mal sehen. Wir wollen auf Fragen, die uns Gegner in Spielen stellen, Antworten haben.

Verbesserungen bei Hertha: Wir wollen aktiver spielen. Aber das werde ich erstmal mit der Mannschaft besprechen, bevor wir uns nach außen äußern.

Herthas Möglichkeiten nach dem 125-Millionen-Investment: Das ist für uns als Hertha eine wirtschaftlich angenehme Situation. Wenn man 20 Jahre im Verein war, weiß man, welche Tiefen und Höhen wir erlebt haben. Aber ich lass mich davon nicht beeinflussen. Wir haben ein neues Trainerteam. Erstmal werde ich mit meinen Co-Trainern (Mirko Dickhaut und Harald Gämperle) jeden Spieler, der im Kader ist, realistisch bewerten. Und dann können wir bei jedem einzelnen sagen, wo die Reise hingeht.

Vertragsverlängerung mit Ondrej Duda und Ausleihe von Makro Grujic: Es gab ja Stimmen, dass nach dem Trainerwechsel die Mannschaft auseinanderbrechen würde. Ich finde es ein wichtiges Signal, dass Ondrej Duda und Marko Grujic gehalten werden konnte. Nach ihren Leistungen in der Vorsaison waren beide sehr gefragte Spieler auf dem Markt. Es war nicht einfach, solch‘ eine Qualität in Berlin zu halten. Das ist uns gelungen.

den bevorstehenden Wechsel von Valentino Lazaro zu Inter Mailand: Tino ist ein Spieler, der sportlich den nächsten Schritt machen kann. Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Wenn solche Zahlen auf den Tisch kommen, wäre es fahrlässig als Verein, darüber nicht nachzudenken. Aber sportlich ist es ein Verlust. Aber ich bin überzeugt, dass wir den auffangen.

Talente, die zu den Profis kommen: Wir werden mit dem Trainingsstart Julian Albrecht mit dazu nehmen. Er ist ein defensiver Mittelfeldspieler, Jahrgang 2001. Er war 2018 in der Hertha-Mannschaft, die deutscher A-Jugendmeister geworden ist. Er war damals der jüngste Spieler auf dem Platz. Er wird ab jetzt bei uns mitmachen, um neue Reize für ihn zu setzen.

Derbys gegen den 1. FC Union: Wir wollen in den Derbys alles dransetzen, um unsere Kurve, unsere Fans stolz zu machen. Wir wollen mit sechs Punkten aus den beiden Spielen rausgehen und die blauweißen Fahnen voller Stolz durch die Stadt tragen.