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Lars Windhorst: Wer ist der neue Hertha-Finanzier?

Lars Windhorst gilt in der Finanzwelt als umstritten. Der 42-Jährige war auch bei Unions neuem Sponsor Aroundtown beteiligt.

Unternehmer Lars Windhorst hat zwei Firmen-Pleiten und die eigene Insolvenz hinter sich.

Unternehmer Lars Windhorst hat zwei Firmen-Pleiten und die eigene Insolvenz hinter sich.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Berlin. Lars Windhorst macht gern ein Geheimnis aus seinem Geschäftsmodell. Nach eigenen Angaben vor allem deshalb, weil der Investor keine Nachahmer anlocken will. Hinter seinem „Geschäftsgeheimnis“ verbirgt sich aber wohl vor allem eines: Intransparenz. Der 42-Jährige, der gerade mit seiner Investmentgesellschaft Tennor, ehemals Sapinda, und 125 Millionen Euro bei Hertha BSC eingestiegen ist, gilt in der Branche als profitorientierter Finanzakrobat. In seiner Karriere hat er schon mehrere Bruchlandungen hingelegt.

Hintergrund: Lars Windhorst steigt mit 125 Millionen Euro bei Hertha ein

Mit 16 gründet er sein erstes Unternehmen

Seine Laufbahn begann früh, in der heimischen Garage in Ostwestfalen, wo sich der Junge mit Berufswunsch Unternehmer ein eigenes Computer-Labor aufbaute. 1993 gründete der damals 16-Jährige – als Schüler ohne Abitur – sein erstes Unternehmen, Windhorst Electronics, das innerhalb kürzester Zeit einen Umsatz von 80 Millionen Mark und 80 Angestellte aufwies. Windhorst galt als Wunderkind der deutschen Wirtschaft, als ein Versprechen an die Zukunft, als Vorzeigejungunternehmer, mit dem sich selbst Bundeskanzler Helmut Kohl auf einer Wirtschaftsreise nach Vietnam gern zeigte.

Zehn Jahre nach seiner ersten Unternehmungsgründung folgte der erste Absturz. Windhorsts Firma ging pleite, seine Konten wurden gepfändet. Es folgten eine weitere Pleite und die eigene Insolvenz. Vor dem Landgericht Berlin wurde er zudem noch wegen Untreue verurteilt.

Windhorst investiert in südafrikanische Kohleminen

Doch nur wenige Monate nach dem Totalzusammenbruch stand Windhorst wieder auf, gründete die Holding Sapinda (heute Tennor), mit der er weltweit in kriselnde Unternehmen investiert, um diese vor der Insolvenz zu bewahren oder möglichst hohe Summen aus einem erneuten Verkauf zu erzielen. Zu Windhorsts Portfolio gehören unter anderem eine Flensburger Werft, die angeschlagene Luxus-Modemarke „La Perla“, südafrikanische Kohleminen oder ein amerikanischer Fußfessel-Hersteller.

Ein Großteil seines Geldes, das Windhorst angehäuft hat, stammt aus Immobiliengeschäften. Der Investor schlug Profit aus den rasant gestiegenen Wohnpreisen in Deutschland, beteiligte sich unter anderem bei Grand City Properties. Das ist eine Unternehmenstochter von Aroundtown, dem heftig umstrittenen, neuen Hauptsponsor des 1. FC Union. Mittlerweile ist er aus dem Immobiliengeschäft ausgestiegen. Woanders lässt sich mehr verdienen.

Sein Ruf ist in der Finanzwelt angeschlagen

In der Finanzwelt gilt er deshalb als windiger Zeitgenosse. Vergangene Woche investierte ein französischer Vermögensverwalter in Windhorst-Anleihen. Anleger zogen daraufhin Millionensummen aus dem Fonds zurück. Die Skepsis, die Angst vor der nächsten Pleite ist groß, das Vertrauen in den neuen Hertha-Geldgeber nicht mehr das größte.