Fußball

Torhüter Jonathan Klinsmann verlässt Hertha BSC

Der Sohn von Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann war zwei Jahre bei den Berlinern. Noch ein Abgang zeichnet sich bei Hertha ab.

Jonathan Klinsmann geht in die Schweiz.

Jonathan Klinsmann geht in die Schweiz.

Foto: Bernd König / imago/Bernd König

Berlin.  Jonathan Klinsmann, zuletzt zwei Jahre als Torhüter bei Hertha BSC, spielt zukünftig für den FC St. Gallen. Klinsmann unterschrieb beim Schweizer Fußball-Erstligisten einen Zweijahresvertrag, wie der Klub am Dienstag bekanntgab. Der 22-Jährige wechselt ablösefrei.

Der Sportchef des FC St. Gallen, Alain Sutter, zeigt sich von der Verpflichtung des Torhüters begeistert. „Mit Jonathan haben wir einen jungen, talentierten und ehrgeizigen Torhüter unter Vertrag nehmen können. Mit ihm und Dejan Stojanovic sind wir sehr gut aufgestellt, und mit einer für diese Position nötigen gesunden Rivalität sowie der gegenseitigen Unterstützung können beide Goalies enorm voneinander profitieren“, freut sich der Schweizer.

Wie der Vater so der Sohn

Einen großen Namen hat sich St. Gallen auf jeden Fall eingekauft. Jonathans Vater Jürgen Klinsmann wurde als aktiver Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft Welt-und Europameister. Zweimal wurde er als Deutschlands Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Nach seiner aktiven Karriere betreute er unter anderem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006 im eigenen Land, als Deutschland den dritten Platz erringen konnte.

Der Sohn der Fußballikone wurde ein Jahr beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München ausgebildet, bevor er 2009 in die USA wechselte. Dort spielte er in verschiedenen Jugendmannschaften, bevor er 2017 zurück nach Deutschland geholt wurde.

Erfolgreich schon in jungen Jahren

Hertha war die erste Station für Jonathan Klinsmann im Profifußball. In den zwei Spielzeiten beim Hauptstadtklub spielte er 24 Mal für die 2. Mannschaft. Für die Profis bestritt er im Dezember 2017 in der Europa League gegen Östersund (1:1) eine Partie und hielt einen Elfmeter. Zu einem Einsatz in der Bundesliga reichte es nicht.

In den Jugendnationalmannschaften waren Klinsmanns Dienste deutlich gefragter. Für die U20 bestritt er als unumstrittener Stammtorhüter 21 Spiele. 2017 gewann er die U20-Nordamerikameisterschaft. Nach dem Finalsieg im Elfmeterschießen über Honduras wurde Klinsmann zum besten Torwart des Turniers gewählt. Auch bei der U20-WM in Südkorea kam die USA bis ins Viertelfinale.

Nach den „Ausbildungsjahren“ bei Hertha, die Klinsmann nach eigener Aussage „enorm weitergebracht haben“, hat das Torwarttalent bei seinem neuen Verein große Ambitionen. „Ich will dem FC St. Gallen helfen, die Europa League zu erreichen.“ Mit den USA will er sich „natürlich für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren.“ Und auch persönliche Ziele formuliert Klinsmann: „Ich will so schnell wie möglich Stammtorhüter werden.“ Das Potential zum Fußballstar liegt in der Familie.

Lazaro kurz vor Wechsel zu Inter Mailand

Derweil steht Herthas Valentino Lazaro offenbar kurz vor einem Wechsel zu Inter Mailand. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll sich der 23 alte österreichische Nationalspieler mit dem italienischen Spitzenklub bereits einig sein. Lazaro hat beim Berliner Fußball-Bundesligisten noch einen Vertrag bis 2021, Hertha will bei einem Verkauf Kasse machen und wohl 20 bis 25 Millionen Euro einstreichen.

Der in Graz geborene Lazaro hat in der abgelaufenen Saison 34 Pflichtspiele für die Berliner bestritten, dabei drei Tore erzielt und sieben vorbereitet. Der „Kicker“ hatte von einem Telefonat Lazaros mit dem neuen Inter-Trainer Antonio Conte berichtet.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung hat sich das Management des Österreichers schon mit Hertha-Manager Michael Preetz getroffen. Laut „Berliner Zeitung“ wollte Inter ursprünglich nur 17 Millionen Euro plus eine Bonuszahlung für Lazaro ausgeben. Eine Entscheidung soll noch in dieser Woche fallen, ergänzte das Blatt.