Neuzugang

Dedryck Boyata kommt bei Hertha für Fabian Lustenberger

Hertha stellt den ersten Neuen für 2019/20 vor. Kapitän Vedad Ibisevic, Mittelstädt, Baak und Jastrzembski verlängern ihre Verträge.

Dedryck Boyata (r.), belgischer Nationalspieler, hier bei der WM 2018 gegen Tunesien, ist der erste Neue von Hertha BSC

Dedryck Boyata (r.), belgischer Nationalspieler, hier bei der WM 2018 gegen Tunesien, ist der erste Neue von Hertha BSC

Foto: Foto: Griffiths

Berlin. Gleich ein Bündel an Personalentscheidungen hatte Michael Preetz für die Mitgliederversammlung von Hertha BSC mitgebracht. Nach der eher enttäuschenden Saison, die der Hauptstadt-Klub nach der 1:5-Heimpleite gegen Leverkusen auf Rang elf beendet hatte, sagte Manager Preetz: „In dieser Saison war für uns wesentlich mehr drin. Wir sind in zu vielen Spielen unter unseren Möglichkeiten geblieben. Wir waren mit der Entwicklung in diesem Frühjahr nicht zufrieden.“

Als ersten Neuen für die Saison 2019/20 stellte der Manager Dedryck Boyata (28) vor. Der belgische Nationalspieler, WM-Teilnehmer von 2018, kommt ablösefrei von Celtic Glasgow und erhält einen Vertrag bis 2022. Mit dem schottischen Serienmeister spielte Boyata vergangene Saison in der Champions League und in diesem Spieljahr in der Europa League. „Dedryck kann in der Vierer-Abwehrkette halbrechts und halblinks spielen und bei einer Dreier-Kette auch im Zentrum“, sagte Preetz. Hertha hat in der Abwehr Bedarf, weil Fabian Lustenberger (31) in die Schweiz wechselt und der vom PSV Eindhoven ausgeliehene Derrick Luckassen (23) in die Niederlande zurückkehren wird.

Lustenberger: Wir sehen uns im Europapokal wieder

Hertha-Routinier Vedad Ibisevic (34) bleibt an Bord. Der Kapitän verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um eine Saison. Auch die Eigengewächse Maximilian Mittelstädt (22), Florian Baak (20) und Dennis Jastrzembski (19) unterschrieben neue Arbeitspapiere.

Die 1192 Mitglieder feierten in der Messehalle unterm Funkturm 18 wie schon die Fans am Tag zuvor im Olympiastadion den scheidenden Cheftrainer Pal Dardai und Lustenberger. Der bedankte sich „für tolle Jahre in Berlin“. Er wechselt zum Schweizer Meister Young Boys Bern und sagte: „Ich baue jetzt mal Druck auf: Ich denke, dass wir uns in zwei Jahren im Europapokal wieder­sehen.“

Neuendorf übernimmt die U23, Fathi kehrt zurück

Dem Hertha-Jahrgang 2020 wird Ante Covic als neuer Cheftrainer vorstehen. Dessen bisherigen Job bei der U23 übernimmt Andreas „Zecke“ Neuendorf. Als Cotrainer für das Regionalliga-Team kehrt Malik Fathi zu Hertha zurück.

Trotz des nur mäßigen Abschneidens war es eine ruhige Versammlung. Und es sieht nicht so aus, als ob Hertha im neuen Spieljahr ernsthaft einen Angriff auf das obere Drittel der Bundesliga starten würde, dort, wo die internationalen Startplätze winken. Preetz sagte, es sei noch zu früh, um ein Saisonziel aus­zugeben.­­ Mit Blick auf den elften Platz wagte der Manager immerhin die Aus­sage: „Wir wollen uns in jedem Fall verbessern­.“­

Da Jahr um Jahr die TV-Einnahmen in der Bundesliga steigen, plant Hertha die kommende Saison mit Rekordzahlen. Vorgesehen für die Spielzeit 2019/20 sind Einnahmen von 140,8 Millionen Euro. Den größten Anteil haben Erträge aus dem TV- und Medien-Bereich mit 68 Millionen Euro. Auch die Vermarktung entwickelt sich positiv: 35,2 Millionen Euro erwarten die Berliner vom Hauptsponsor, Ausrüster, aus den VIP-Logen und dem Merchandising.

Hertha will Spieler für 12,5 Millionen verkaufen

Der Verein will auch Spieler verkaufen. So sieht die Planung Transfereinnahmen von 12,5 Millionen Euro vor. Offen ist, um welche Profis es sich dabei handeln wird. Die Wechselperiode im Sommer ist bis zum 31. August geöffnet. Auf der Ausgabenseite kalkuliert Hertha mit 140,6 Millionen Euro. Der größte Teil entfällt auf Personalkosten, die auf die Rekordhöhe von 64 Millionen­ Euro klettern werden.

Hertha befindet sich fernab von einem Sparkurs. Finanzchef Ingo Schiller nannte keine neuen Zahlen, hat aber darauf hingewiesen, dass der Schuldenstand des Vereins vom 30. Juni 2018 von 47,63 Millionen noch einmal deutlich steigen werde. Hertha hatte im vergangenen November etwas mehr als 70 Millionen Euro aufwenden müssen, um seine Anteile von Finanzinvestor KKR (New York) zurückzukaufen.

Stadionbau: Die Probleme beim Standort Tegel

Ausführlich ging Finanzchef Ingo Schiller auf das Stadion-Neubauthema ein. Er begründete, warum der Klub 2025 aus dem Olympiastadion ausziehen will: „Nach mehr als einem halben Jahrhundert, ist es unsere Verantwortung, eine neue Heimat für den Verein zu finden. Es soll blaue Sitze geben mit einem weißen Schriftzug „Hertha BSC“ – steil, nah und laut.“ Schiller sagte, dass die Finanzierung stehe. „Wir wissen heute nur noch nicht, mit welcher Bank oder welcher­ Versicherung wir das machen. Aber ich verspreche Ihnen, dass wir das total transparent machen. Wir werden alle Zahlen, alle Partnerschaften offenlegen­.“

Zum Standort Flughafen Tegel, den Sportsenator Andreas Geisel (SPD) vergangene Woche ins Gespräch gebracht hatte, sagte Schiller: „Tegel war auch bei uns in der engeren Wahl. Aber dieser Standort hat erhebliche Herausforderungen, vor allem bei der öffentlichen Verkehrsanbindung und wegen des nicht kalkulierbaren Zeitplanes.“

Schiller wirbt für Arena im Olympiapark

Deshalb warb Schiller einmal mehr dafür, „dass wir uns gemeinsam mit dem Senat noch einmal unseren Wunsch-Standort im Olympiapark anschauen“. Er forderte den Senat auf, wegen des übergeordneten Interesses der An­gelegenheit die Planungshoheit komplett an sich zu ziehen.