Bundesliga

Herthas neuer Chef: Wer ist Ante Covic?

Ante Covic, der neue Trainer von Hertha BSC, erhält nur einen Jahres-Vertrag als Cheftrainer.

Der Neue: Ante Covic wird zum 1. Juli Cheftrainer von Hertha BSC

Der Neue: Ante Covic wird zum 1. Juli Cheftrainer von Hertha BSC

Foto: Foto: Karina Hessland / imago /

Berlin. Die älteren unter den Hertha-Fans erinnern sich: Ante Covic war derjenige, der Hertha BSC auf die Fußball-Landkarte der Bundesliga zurückgebracht hat. 3. August 1997, das Olympiastadion war ausverkauft. Nach sieben Jahren Zweitliga-Tristesse empfing Bundesliga-Rückkehrer Hertha BSC den amtierenden Champions-League-Sieger Borussia Dortmund mit seinen Stars wie Matthias Sammer, Jürgen Kohler, Andreas Möller oder Stéphane Chapuisat.

Ante Covic sorgte mit seinem Tor zum 1:1-Endstand für einen respektablen Einstand des Aufsteigers in der Bundesliga – Hertha war wieder da.

Covic war der nette Junge von nebenan. Ein gebürtiger Berliner, in jungen Jahren ein Hallodri. Mit der Gründung seiner Familie, Sohn Maurice Covic ist mittlerweile 21 Jahre, wurde Covic ernsthafter. Ante Covic war kein Bundesliga-Star: Der Offensivspieler brachte es auf 62 Erstliga-Einsätze für den VfB Stuttgart, Hertha und den VfL Bochum. In der Zweiten Liga war Covic für den 1. FC Nürnberg, Hertha und den 1. FC Saarbrücken aktiv (72 Einsätze).

Covic lässt mutigen Offensivfußball spielen

Seine Trainer-Karriere begann Covic 2010 bei der U15 von Hertha. In den letzten Monaten der Saison 2012/13 war Covic aushilfsweise Cotrainer mit Rene Tretschok unter Otto Rehhagel. Im Sommer 2013 wurde Covic zum U19-Trainer befördert. Im Herbst 2013 übernahm er als Nachfolger von Jörg Schwanke die U23, die zu jenem Zeitpunkt Regionalliga-Letzter war. Seither coacht Covic die U23. Aktuell spielt sie ihre beste Saison seit langem, steht auf Platz vier.

Regelmäßige Besucher von U23-Spielen loben den mutigen Offensiv-Fußball, den Covic seine Ausbildungs-Mannschaft spielen lässt. Er ist zudem als Karriere-Coach tätig und entwickelt seit Jahren in Abstimmung mit dem Cheftrainer die Talente aus der Nachwuchsarbeit von Hertha. So gingen aus der aktuellen Mannschaft etwa Jordan Torunarigha, Maximilian Mittelstädt, Palko Dardai, Florian Baak, Dennis Jastrzembski oder Julius Kade durch seine Hände.

Manager Michael Preetz sagt über Covic, der bisher noch kein Profi-Team trainiert hat: „Wir wollen einen Trainer, der die Hertha-DNA behütet. Ante Covic versteht diese DNA mehr als jeder andere Kandidat. Er kennt gerade unsere jungen Spieler, hat sie geformt, gefördert, aufgebaut und vorbereitet auf das Profi-Geschäft. Nun wird er diese Jungs in der Bundesliga etablieren und zu gestandenen Profis formen.“

Covic: Ich bin ein Teamplayer

Covic beschreibt sich selbst so: „Ich bin ein Teamplayer, der sehr nahbar ist. Ich lege Wert auf harte Arbeit. Nur so kannst du Begeisterung schüren und dich kontinuierlich weiter entwickeln.“

Covic ist kein Wundermann. Das hochgelobte Talent Sinan Kurt kam auch bei seiner allerletzten Chance in Herthas U23 nicht ins Rollen. Mittlerweile spielt Kurt bei der WSG Wattens in der zweiten österreichischen Liga.

Der Vertrag von Covic ist nach Informationen der „Bild“ so aufgebaut wie der von Vorgänger Pal Dardai: Covic hat als Cheftrainer nur einen Jahres-Kontrakt bis zum 30. Juni 2020. Am Saison-Ende entscheidet Hertha-Manager Michael Preetz, ob der Job verlängert wird, sein Vertrag als Ausbildungstrainer dagegen ist unbefristet.