Bundesliga

0:0 gegen Hannover 96 - Hertha tritt auf der Stelle

Hertha und Hannover trennen sich nach trostlosem Spiel 0:0. Die Anhänger feiern den scheidenden Trainer.

Für Mathew Leckie (l.) und Hertha gab es am Sonntagabend gegen Hannover im Olympiastadion kein Durchkommen.

Für Mathew Leckie (l.) und Hertha gab es am Sonntagabend gegen Hannover im Olympiastadion kein Durchkommen.

Foto: Lisa Ducret / dpa

Berlin.  Er wurde vor dem Spiel lautstark von den Fans aus der Ostkurve gefeiert. In den letzten Minuten der Partie hängten die Anhänger ein großes Banner aus: „Pal Dardai – einer von uns!“ und sangen „Pal Dardai – oh-oh-o“. Doch der Cheftrainer von Hertha BSC zeigte sich nicht vor der Kurve. Fünf Tage nach der Bekanntgabe des Fußball-Bundesligisten, dass Dardai seinen Posten zum Saisonende räumen muss, spulte der Coach die Partie gegen Hannover 96 geschäftsmäßig ab. Am Ende sahen 38.916 Zuschauer in einem schwachen Spiel ein 0:0. Für beide Teams war es ein schwacher Trost, dass ihre Negativserien damit ein Ende haben: Hertha hatte zuvor fünf Spiele in Folge verloren, der Liga-Letzte Hannover gar acht.

Formschwacher Lazaro nicht im Kader

Überschattet wurde die Partie am Ostersonntag von einem Todesfall. Vor dem Spiel war ein 70-jähriger Hannover-Fan vor dem Stadion zusammengebrochen und konnte trotz notärztlicher Behandlung nicht wiederbelebt werden. Deshalb hatten sich beide Fankurven darauf geeinigt, in der ersten Spielminute zu schweigen.

Nicht im Kader war der zuletzt formschwache Valentino Lazaro. Der Österreicher, der vom AC Mailand und dem SSC Neapel umworben wird, erhielt „einen kleinen Denkzettel“, wie Trainer Pal Dardai beim Bezahlsender Sky sagte: „Heute brauche ich Krieger.“ Davon war auf dem Platz allerdings nichts zu sehen. Die Hausherren aus Berlin waren zwar die gesamte Spielzeit über feldüberlegen, konnten sich bei den entscheidenden Zweikämpfen aber nicht durchsetzen.

Kalou vergibt zwei Großchancen

Mathew Leckie setzte einen Schuss aus spitzem Winkel an den Pfosten des 96-Tores (14. Minute). Im Endspurt brachte Salomon Kalou zwei Großchancen nicht im Hannoveraner Tor unter (87. und 90.+1). Von Hannover war kaum etwas zu sehen. Dennoch durften sich die Berliner bei Torwart Rune Jarstein bedanken, der gegen die Hannoveraner Waldemar Anton (45.+2) und Florent Muslija (60.) glänzend parierte.

„Wenigstens die Null hat gestanden“, sagte Jarstein. Kapitän Vedad Ibisevic, dem kaum etwas gelang, sagte: „Man hat gemerkt, dass die Mannschaft nach den letzten Spielen verunsichert ist.“

Grujic und Stark in Frankfurt gesperrt

Marko Grujic ist nach seiner fünften Gelben Karte am kommenden Sonnabend bei Eintracht Frankfurt ebenso gesperrt wie Niklas Stark. Der Innenverteidiger zog sich zudem in der Schlussminute eine Verletzung am Sprunggelenk zu.

Pal Dardai haderte mit dem fehlenden Schussglück: „Wir müssen endlich wieder das Gefühl haben, dass wir diesen Ball ins Netz bekommen.“ Zu den Ovationen der Fans sagte der Trainer: „Ich bin seit gefühlt 100 Jahren ein Herthaner. Das ist ein gutes Gefühl, das muss man sich erarbeiten.“

Preetz hält sich über Dardai-Nachfolge bedeckt

Wer Dardais Nachfolger zur neuen Saison wird, da hielt sich Manager Michael Preetz bedeckt. Den Namen von Gerardo Seoane vom Schweizer Meister Young Boys Bern mochte er nicht bestätigen: „Es ist völlig offen. Ich führe Gespräche in diesen Tagen, will mir ein Bild verschaffen.“ Eile ist nicht geboten. „Ich werden mir Zeit nehmen, um eine Entscheidung zu treffen“, sagte Preetz.