Bundesliga

Thomas Kraft verlängert bei Hertha BSC

Ersatz-Torwart Thomas Kraft bleibt ein weiteres Jahr in Berlin. Ein sinnvoller Schritt, doch die Zukunft gehört anderen Torhütern.

Thomas Kraft hat seit 2011 152 Pflichtspiele für Hertha bestritten.

Thomas Kraft hat seit 2011 152 Pflichtspiele für Hertha bestritten.

Foto: Fotostand / Weller / picture alliance / Fotostand

Berlin.  Während in Bezug auf die Trainerposition noch großes Rätselraten herrscht, nimmt Herthas Torwart-Setting für die kommende Saison Form an. Wie der Berliner Fußball-Bundesligist am Mittwochvormittag bekannt gab, hat Ersatzkeeper Thomas Kraft (30) seinen Vertrag bis 2020 verlängert.

„Thomas ist auf und neben dem Platz eine wichtige Persönlichkeit innerhalb der Mannschaft“, sagte Manager Michael Preetz, „seinen Wert für Hertha BSC stellt er nicht nur unter Beweis, wenn er Rune Jarstein vertritt.“

Zuverlässiger Ersatzmann

In der laufenden Spielzeit sprang Kraft in drei Pflichtspielen ein, unter anderem beim sensationellen 2:0 gegen seinen Ex-Klub Bayern München. In der Vorsaison stand er in drei Ligaspielen und vier von sechs Europa-League-Partien zwischen den Pfosten – zuverlässig, sicher, ohne gravierende Patzer.

Sowohl für Kraft als auch für Hertha macht die Konstellation Sinn. Krafts Sohn wird 2020 eingeschult, erst dann will sich der Keeper nach einem längerfristigen Engagement umschauen. Bei Hertha wissen sie in Kraft einen hochkarätigen Ersatz für Stammkeeper Jarstein (34), dessen Vertrag noch bis 2021 läuft.

Ab Sommer dienstältester Hertha-Profi

Durch den Abgang von Defensiv-Allrounder Fabian Lustenberger steigt Kraft im Sommer zum dienstältesten Hertha-Profi auf. 2011 wechselte er aus München als neue Nummer eins in die Hauptstadt, erlebte dort den Abstieg 2012 sowie den direkten Wiederaufstieg im Jahr darauf. Erst 2015 verlor er seinen Stammplatz nach einer Schulterverletzung an Jarstein. Danach nahm er die ungewohnte Rolle als Nummer zwei professionell an, stellte sich stets in den Dienst der Mannschaft. „Sein Wort hat auch in der Kabine Gewicht“, sagte Preetz.

Hinter Jarstein und Kraft soll sich Eigengewächs Dennis Smarsch (20) als Nummer drei etablieren. Bislang hatte sich der 1,95-Meter-Hüne diese Rolle mit Jonathan Klinsmann (22) geteilt, genauso wie die des U23-Torhüters. Der Sohn des früheren Bundestrainers Jürgen Klinsmann wird Hertha jedoch im Sommer verlassen.

Der ausgeliehene Körber brilliert in Osnabrück

Mit Marius Gersbeck (23) und Nils Körber (22) verfügen die Berliner zudem über zwei weitere Torwart-Talente. Gersbeck, der nach einem Kreuzbandriss unlängst sein Pflichtspiel-Comeback bei der U23 gegeben hatte, besitzt einen Vertrag bis 2020, sucht dem Vernehmen nach aber eine neue Perspektive.

Körber ist derzeit an Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück ausgeliehen und brilliert dort als Stammkraft, wurde gerade erst zu „Niedersachsens Fußballer des Jahres“ gewählt. Bei Hertha werden seine Qualitäten geschätzt. Vorerst aber scheint ein weiteres Leih-Jahr in Osnabrück als logischer Entwicklungsschritt – dann in Liga zwei.