Fussball

Preetz wünscht sich in Stadion-Frage ein Zeichen der Politik

Herthas Manager Michael Preetz sieht auf Seiten des Klubs keine Versäumnisse.

Herthas Wunsch: Eine neue Arena im Jahr 2025.

Herthas Wunsch: Eine neue Arena im Jahr 2025.

Foto: Hertha BSC / BM

Berlin. Michael Preetz konnte der Frage wenig abgewinnen. Warum bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend, auf der Anwohner und Betroffene über Herthas Stadionpläne diskutierten, kein Klub-Verantwortlicher zugegen war? „Relativ einfach“, sagte der Manager des Fußball-Bundesligisten, „weil keiner eingeladen war.“

Ein Satz, der vieles aussagt über das Kommunikationsverständnis des Klubs, dabei wird im Hertha-Kosmos kein Thema so kontrovers verhandelt wie die Stadion-Debatte. Und auf dem von der CDU Charlottenburg-Wilmersdorf initiierten Diskussionsabend in der Charles-Dickens-Grundschule (Westend) hätte es die Chance gegeben, einige Unklarheiten zu beseitigen.

Manager hat auf alle Fragen auch Antworten

Egal ob bei den 24 Mietparteien in der Sportforumstraße, die für eine neue Arena im Olympiapark weichen müssten, oder verschiedenen politischen Akteuren: Herthas Informationspolitik wird als unzureichend empfunden.

Grundlegende Fragen, etwa welche Ausweichquartiere der Klub den Anliegern anbiete, seien bislang unbeantwortet. Für Preetz kein Anlass zur Sorge: „Ich kann ihnen versichern, dass wir auf alle Fragen Antworten haben“, sagte der Manager am Donnerstag.

Ausweichfläche ist noch geschützt

Nun stellt sich die Frage, wie befriedigend diese Antworten ausfallen. Im Fall der Ausweichquartiere – Hertha hat Neubauten auf den Baumann’schen Wiesen in Ruhleben vorgeschlagen – bestehen erhebliche Zweifel, ob dort überhaupt gebaut werden darf, weil das Areal derzeit als geschützte Grünfläche ausgewiesen ist.

Ähnlich viel Unklarheit herrscht im Abgeordnetenhaus. Dort fragt man sich nach wie vor, wer der Investor hinter Herthas Finanzierungsmodell ist. Sei dieser nicht bekannt, könne man kaum zustimmen, betonte Andreas Statzkowski (CDU).

Olympiastadion benötigt schon wieder neuen Rasen

Die angestrebten Ergebnisse, auf die sie bei Hertha bis Jahresmitte hoffen, scheinen noch fern. „Es braucht letztlich eine Entscheidung der Politik“, sagte Preetz, „wir wollen konstruktiv an einer Lösung arbeiten, die der Sportstadt Berlin und Hertha gut zu Gesicht stehen würde.“ Vorerst aber müssen die Probleme im Olympiastadion gelöst werden. Der im Januar verlegte Rasen befindet sich in derart desolatem Zustand, dass er schon wieder getauscht wird.