BUNDESLIGA

Ibisevic entschuldigt sich: „Wollte Torwart nicht treffen“

Der Hertha-Kapitän ist nun neben Jens Nowotny der einzige Bundesliga-Profi, der fünf mal eine Rote Karte kassiert hat

Schiedsrichter Tobias Welz zeigt  Vedad Ibisevic (r.)  den Weg vom Platz.

Schiedsrichter Tobias Welz zeigt Vedad Ibisevic (r.) den Weg vom Platz.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Vedad Ibisevic war nicht gut drauf. Der Kapitän von Hertha BSC wusste, dass Fragen kommen würden. Nach dem Platzverweis, den Ibisevic in der Nachspielzeit der Bundesliga-Partie gegen Borussia Dortmund (2:3) kassiert hat, als der Berliner in Völkerball-Manier BVB-Torwart Roman Bürki aus acht Meter Entfernung den Ball an den Kopf geworfen hatte. Schiedsrichter Tobias Welz schaute sich die Szene auf dem ­Videoschirm an – und stellte den Herthaner nach nur kurzer Betrachtung postwendend vom Platz. Ibisevic sagte am Tag nach dieser, mit Verlaub gesagt dämlichen Aktion: „Das war ein Fehler. Ich wollte den Torwart nicht treffen. Es tut mir leid.“

Die Folge ist ein unrühmlicher ­Negativrekord. Mit seiner fünften Rote Karte zog Ibisevic mit Jens Nowotny gleich. Bisher war der Ex-Leverkusener seit der Liga-Gründung 1963 der einzige Bundesliga-Profi, der fünf Mal Rot ­gesehen hatte.

Vedad Ibisevic: Zuletzt gab es Rot im September 2017

Zuvor wurde Ibisevic, der 310 Bundesliga-Einsätze absolviert hat, bei folgenden Anlässen des Feldes verwiesen:

• Im September 2012 nach einem Kopfstoß in München gegen Jerome Boateng;

• im Februar 2014 gegen Augsburg nach einem Schlag ins Gesicht von Jan-Ingwer Callsen-Bracker;

• im Oktober 2015 auf Schalke nach rohem Spiel gegen Max Meyer;

• im September 2017 in Mainz nach einer Schiedsrichter­beleidigung gegen Tobias Stieler.

Zählt man Ampelkarten hinzu, stellt sich die Situation wie folgt dar: In dieser Statistik liegen Nowotny (fünfmal Rot, dreimal Gelb-Rot) vorn mit Luiz Gustavo, der für Hoffenheim, die Bayern und Wolfsburg spielte (einmal Rot, siebenmal Gelb-Rot). Ibisevic folgt mit fünfmal Rot und einer Ampelkarte.

Trainer Dardai ist genervt

Hertha-Trainer Pal Dardai wollte seinen Kapitän nicht verurteilen. Aber der Coach war genervt. „Ich habe in der Spielbesprechung auf die Nachspielzeit und die Hektik, die manchmal entsteht, hingewiesen. Wir haben darüber gesprochen, dass mittlerweile in der Bundesliga immer länger nachgespielt wird. Dass wir da die Konzentration hochhalten müssen. Und uns nicht provozieren lassen dürfen und Diskussionen mit dem Schiedsrichter vermeiden sollen.“

Man darf man gespannt sein, wie das DFB-Sportgericht die neue Verfehlung von Ibisevic ahnden wird.