Handspiel-Auslegung

BVB-Trainer Favre: „Die Regel ist dumm, dumm, dumm“

Der umstrittene Handelfmeter für Hertha BSC verursacht beim Schweizer einen kleinen Wutausbruch. Auch Berlins Coach Dardai ist sauer.

Konnten am Ende wieder lachen: Lucien Favre (r.) und Julian Weigl (l.).

Konnten am Ende wieder lachen: Lucien Favre (r.) und Julian Weigl (l.).

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Lucien Favres Wangen waren noch gerötet, als er zur abschließenden Pressekonferenz im Olympiastadion erschien. Dass sich der Trainer von Borussia Dortmund kurz nach dem 3:2-Sieg seiner Mannschaft bei Hertha BSC derart in Rage geredet hatte, hatte Spuren hinterlassen. Nicht nur in seinem Gesicht, auch bei seinen durchaus beeindruckten Zuhörern.

Schließlich gilt der Schweizer, der von 2007 bis 2009 Hertha BSC trainiert hatte, als ruhig, als gefasst, fast schon stoisch. Doch die 35. Minute hatte den 61-Jährigen aus der Fassung gebracht. Ondrej Dudas Flanke, die eher einem Schuss glich, hatte die Hand von Dortmunds Mittelfeldspieler Julian Weigl getroffen, die der BVB-Profi reflexartig zum Schutz vor sein Gesicht gezogen hatte. Die Folge: ein Elfmeterpfiff.

Favre: „Als Fußballer kannst du das nicht akzeptieren“

Im Sky-Interview konnte oder wollte der Coach seinen Ärger nicht verbergen, gestikulierte so wild, als wolle er diese Hand-Regelung, die nun schon seit mehreren Monaten die Bundesliga erregt, wie eine lästige Schmeißfliege aus der Welt des Fußballs verbannen. „Diese Regel ist dumm, dumm, dumm. Wer hat diese Regel erfunden? Leute, die keine Ahnung von Fußball haben, sorry“, sagte Favre mit weit aufgerissenen Augen. „Wenn das der Fall ist, dann ist das eine Schande für mich. Als Fußballer kannst du das nicht akzeptieren.“

Als weiteres Beispiel nannte er den umstrittenen Hand-Elfmeter in der Champions-League-Partie zwischen Paris Saint-Germain und Manchester United: „Wie Paris ausgeschieden ist, ist ein Witz!“

Dardai: „Wir sind ja die kleine Hertha“

Aber nicht nur Lucien Favre hatte zu einer Wutrede angesetzt. Hertha-Trainer Pal Dardai war nicht einverstanden mit einem ausgebliebenen Strafstoß in der 59. Minute. „Er trifft null den Ball, das ist Elfmeter, Leute“, sagte er zu der Situation, bei der Duda im BVB-Strafraum beim Stand von 2:2 durch Abdou Diallo zu Fall gebracht wurde – und die Pfeife von Tobias Welz zu Dardais großem Ärger stumm blieb.

„Wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre. Aber wir sind ja die kleine Hertha. Sorry, das war nicht in Ordnung“, ereiferte sich der Ungar. Der Blick auf die Tabelle belegt: Hertha ist Zehnter, Dortmund Spitzenreiter.