Uefa Youth League

Für den Hertha-Nachwuchs ist Endstation in Barcelona

Der nächste Europapokal-Coup der Hertha-Talente bleibt aus. Im Achtelfinale der Uefa Youth League scheitern die Berliner an Barcelona.

Omar Rekik (l.) und Julian Albrecht konnten das Aus nicht verhindern.

Omar Rekik (l.) und Julian Albrecht konnten das Aus nicht verhindern.

Foto: imago sport / imago/Nordphoto

Barcelona.  Am Vereinsmuseum bummelten noch die Touristen, im großen Camp Nou ging das Flutlicht für das Abschlusstraining zur Champions League an, und im kleinen Miniestadi lief Hertha BSC auf den Platz. Erstmals seit der Saison 1999/2000 gastierten die Berliner beim FC Barcelona. Zwar nicht in der Zwischenrunde der Champions League wie damals, sondern im Achtelfinale der Youth League, aber immerhin: auf dem Rasen von gestern haben schon Größen wie Lionel Messi ihre Kunst verfeinert.

Ein Messi ist beim aktuellen A-Jugend-Jahrgang der Katalanen vielleicht keiner dabei, aber dennoch erwiesen sie sich mit ihrem sicheren, temporeichen und kreativen Passspiel als deutlich zu stark für den deutschen A-Jugend-Meister bei dessen Youth-League-Premiere. 3:0 (0:0) hieß es am Ende für den Titelverteidiger, und wenn man ehrlich ist, hätte es noch wesentlich höher ausgehen können. Aber das verhinderte nicht zuletzt der überragende Hertha-Akteur: Torwart Luis Klatte.

Spielplan konnte nicht lange durchgesetzt werden

Nur die ersten drei, vier Minuten konnte Hertha die Abwehrlinie so weit nach vorn schieben, wie sich das Michael Hartmann sicher öfter gewünscht hätte. Der Trainer, vor 19 Jahren selbst als Profi in Barcelona dabei, hatte sein Team mit den beiden 19-jährigen Jungprofis Dennis Jastrzembski und Florian Baak verstärkt und außerdem wieder Florian Krebs und Nikos Zografakis nominiert. Die beiden Spieler aus Herthas U23 waren die Torschützen beim überraschenden 2:1 gegen Paris St. Germain im Play-off gewesen, nach dem Hartmann „von der Einstellung und Mentalität her auf jeden Fall nochmal einen Schub“ diagnostizierte. „Diese Begeisterung mit nach Barcelona zu nehmen“ klappte aber nur insofern, als Hertha mit letztem Einsatz verteidigte.

Mehr war wohl einfach nicht drin

Allein die Barça-Chancen der ersten Halbzeit halbwegs vollzählig aufzulisten, ist ein umfangreiches Unterfangen. In der 5. Minute brachte Linksaußen Fati aus drei Metern den Ball nicht über die Linie. Bald köpfte Mittelstürmer Marqués knapp vorbei (14.) und scheiterte in einer Eins-gegen-Eins Situation an Klatte (26.). Der Hertha-Torwart boxte auch einen Fernschuss von Jaime über das Tor (28.) und lenkte einen Versuch von Fati um den linken Pfosten (33.).

Bei der anschließenden Ecke kullerte der Ball einmal quer durch Herthas Torraum, der Schuss von Mingueza blieb schließlich an Maximilian Gurschke hängen. Kourouma traf dann noch den Außenpfosten (35.) und vertändelte freistehend im Strafraum (45.). Dass es mit 0:0 in die Pause ging, konnte unter diesem Umständen als kleines Wunder gelten. Rund 50 lautstarke Hertha-Fans unter den 1855 Zuschauern feierten.

Ewig konnte es wohl trotzdem nicht so weiter gehen

Nur 40 Sekunden vergingen in der zweiten Halbzeit bis zur nächsten Großchance durch Marqués, und in der 49. Minute geschah es dann. Nachdem die Hertha-Abwehr eine Flanke nur abprallen lassen konnte, versenkte Kourouma seine x-te Gelegenheit im Tor. Am Skript der Partie änderte der Rückstand zunächst nur insofern etwas, als die Intervalle der Barça-Chancen abnahmen: jedoch musste Klatte mit einer grandiosen Fußabwehr gegen einen Schuss des allein vor ihm aufgetauchten Kourouma (56.) wieder sein beachtliches Talent zeigen.

Auf der anderen Seite suchte Hertha nun etwas mutiger den Lucky Punch, und nachdem Abwehrchef Omar Rekik mit einem Solo einen Freistoß provoziert hatte, kam dieser sogar in Reichweite: Der Schlenzer von Krebs hatte fast Messi-Qualität und strich nur knapp am linken Pfosten vorbei. Als Hertha nach einem Vorstoß von Jastrzembski über links erneut aufrückte, nutzte Barça den anschließenden Konter jedoch zur Entscheidung. Marqués drückte eine flache Hereingabe von links über die Linie (80.). Nach identischem Muster fiel in der 84. Minute auch noch der Endstand.

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