Bundesliga

Stark beschert Hertha den ersten Heimsieg des Jahres

Hertha feiert mit dem 2:1 gegen Mainz endlich den ersten Heimsieg im Jahr 2019. Niklas Stark spielte dabei eine ganz besondere Rolle.

Herthas Niklas Stark (r.) ist schneller am Ball als der Mainzer Anthony Ujah

Herthas Niklas Stark (r.) ist schneller am Ball als der Mainzer Anthony Ujah

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Nach dem Spiel konnte Niklas Stark schon wieder lachen. „Natürlich war das erste Tor von mir das schönere“, sagte der Verteidiger von Hertha BSC, „es war ein Flugkopfball.“ Und ein Eigentor, dass den Berliner Bundesligisten erst auf den Weg brachte zum 2:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05. Der erste Heimsieg des Jahres ist endlich unter Dach und Fach, dank Stark, der mit einem herrlichen „regulären“ Treffer die Durststrecke beendete.

„Das war eine schlechte erste Halbzeit. Da konnte man einschlafen“, ärgerte sich Pal Dardai vor allem über die ersten 45 Minuten. „Man hat nicht diese Gier gespürt. Und unsere Passschärfe war nicht gut genug“, monierte der Hertha-Trainer: „Dann kommt dieses Spielglück nach der Ecke. Durch die Arbeit in der zweiten Halbzeit“ hätten die Berliner verdient gewonnen.

Hertha mit Torunarigha für gesperrten Rekik

Dardai schickte vor 33.981 Zuschauern im Olympiastadion nahezu die gleiche Elf ins Rennen, die sich eine Woche zuvor beim FC Bayern (0:1) so tapfer geschlagen hatte. Lediglich Jordan Torunarigha ersetzte den gesperrten Karim Rekik in der Abwehr. Anknüpfen an die Leistung aus München konnte die Mannschaft allerdings nicht.

Nur selten war zu erkennen, wie der erste Heimsieg 2019 gelingen sollte. Zuspiele geprägt von Ungenauigkeit, lange Pässe ins Nirgendwo und Dribblings, die vor allem den Ballführenden austricksten, prägten das Spiel der Berliner. Bezeichnend: Die bis zu Pause einzige echte Torchance entsprang einer Ecke von Ondrej Duda, Torunarigha setzte den Kopfball am Tor vorbei (8.).

Hertha-Trainer Dardai schimpft mit Duda

Wie sehr Hertha hinter den eigenen Ansprüchen hinterherlief, konnte man an Trainer Dardai ablesen. Immer mehr versuchte der Ungar seine Mannen aufzurütteln, gestikulierte – und ließ seinen Ärger schließlich in einer Schimpfkanonade an Duda ab.

Auch die Mainzer trugen nur bedingt zu einem ansehnlichen Fußballspiel bei. Immerhin hatte das Team von Trainer Sandro Schwarz die besseren Möglichkeiten. Ein Kopfball von Anthony Ujah verfehlte das Hertha-Tor nur knapp (14.), ein weiterer Kopfball von Karim Onisiwo klatschte nur auf die Latte (34.). Hertha-Torwart Rune Jarstein wäre beide Male chancenlos gewesen.

Pfiffe von den Rängen zur Pause

Nein, bis zur Pause waren die Berliner von der Vorgabe ihres Trainers weit entfernt. Eine Serie hatte Dardai vor der Partie gefordert, sechs oder sieben Punkte aus den drei Spielen gegen Mainz, in Freiburg und in Dortmund, um oben dran bleiben, die Europapokalplätze weiter im Blick behalten zu können. Pfiffe von den Rängen zur Halbzeit belegten, wie weit Hertha von einer solchen Serie entfernt war. Selbst die Sonne hatte sich in den ersten 45 Minuten nur einen kurzen Moment hinter ihrem Wolkenvorhang vorgewagt, um angesichts des Dargebotenen schnell wieder dahinter zu verschwinden.

„Die Aggressivität hat gefehlt, in den Zweikämpfen und am Ball“, sagte Valentino Lazaro. Laut Marko Grujic habe „keiner hundert Prozent gegeben“. Und Stark bemängelte die fehlende „Zweikampfstärke und Wachheit auf den zweiten Ball“.

Gegentor 37 Sekunden nach Wiederbeginn

Es bedurfte eines Weckrufes für die Berliner. Der kam 37 Sekunden nach Wiederbeginn in Form des 0:1. Levin Öztunali zog aus 16 Metern einfach ab, Niklas Stark warf sich in den Schuss und fälschte den Ball mit dem Kopf unhaltbar für Torwart Jarstein ab (46.). Die Mainzer Fans, viele von ihnen in bunten Kostümen und ohnehin in Karnevalsstimmung, feierten.

Endlich war Hertha hellwach, und das keinen Moment zu früh. Valentino Lazaro zwang Mainz-Schlussmann Florian Müller zu einer Parade, ebenso Davie Selke (später wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt) mit seinem Kopfball nach der folgenden Ecke. Doch Müller ließ den Ball nach vorn prallen, wo Marko Grujic schnell reagierte, 1:1 (49.). „Jetzt haben wir besser die Bälle gefordert und sind die Räume besser angelaufen“, so Lazaro.

Herthas Stark auch bester Zweikämpfer

Der Lohn war das 2:1 durch Stark. Lazaro spielte sich auf der rechten Seite durch und passte an den Fünfmeterraum zu Stark. Herthas Verteidiger fackelte nicht lange und schoss den Ball direkt auf das Tor. Der Mainzer Giulio Donati versuchte noch auf der Linie zu retten, vergeblich (60.). „Niklas ist sehr stabil in den vergangenen Wochen. Ich habe ihm gesagt, er müsse langsam auch mal ein Tor machen“, sagte Dardai. Mit 88 Prozent gewonnener Duelle war Stark zudem noch bester Zweikämpfer des Spiels.

Nachdem Duda mit einem herrlichen Schuss aus gut 25 Metern nur den Pfosten getroffen hatte (68.), begann eine Schlussphase, in der Hertha den Vorsprung mit Glück und Geschick verteidigte. Der Mainzer Ujah köpfte aus Nahdistanz nur an das Lattenkreuz (75.), Augenblicke später verfehlte Robin Quaison nur hauchdünn das Hertha-Tor. „Wenn man auf die Tabelle schaut, war das schon ein wichtiger Sieg“, sagte Stark. Dank ihm ist Hertha wieder in Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen.