Hertha BSC

Im Konkurrenzkampf gibt es keine Geschenke

Hertha-Trainer Pal Dardai hat durch mehrere Rückkehrer personell die Qual der Wahl – und heizt den Konkurrenzkampf an.

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Als seine Kollegen schon längst die warme Kabine aufgesucht hatten, schoss ein einzelner Hertha-Profi noch unablässig aufs Tor. Immer und immer wieder schnappte sich Palko Dardai den Ball am rechten Strafraumeck, zog nach innen und versenkte das Spielgerät im Netz. Erst nach dieser kleinen Extraschicht schulterte der 19 Jahre alte Flügelspieler den Ballsack und eilte endlich ins Warme.

Als Sohn des Chef-Trainers trägt der Linksfuß nicht den leichtesten Rucksack mit sich herum. Geschenkt wird ihm bei den Profis nichts – sein Vater behandele ihn „etwas strenger als den Rest“, hat der Junior mal erzählt. Um sich Spielzeit zu erkämpfen, braucht es also ein wenig Extra-Engagement, zumal der Konkurrenzkampf vor dem Duell gegen Bremen (Sonnabend, 18.30 Uhr, Olympiastadion) so groß ist wie lange nicht.

Klare Ansage an Arne Maier

„Der Trainer hat jetzt einen schweren Job“, hat Pal Dardai dieser Tage über sich selbst gesagt, und tatsächlich steht er vor kniffligen Entscheidungen – etwa auf der rechten Abwehrseite. Dort steht nach abgesessener Gelb-Sperre Valentino Lazaro wieder zur Verfügung, nur hat sich sein Vertreter Lukas Klünter beim 3:0-Coup in Mönchengladbach ein Sonderlob erspielt. Aber ob das reicht, um einen der auffälligsten Akteure der Hinserie zu verdrängen? Eher unwahrscheinlich. Läuferisch und taktisch war Klünters Leistung zwar aller Ehren wert, die fußballerischen Defizite konnte er allerdings nicht überspielen.

Bei Arne Maier (20) indes kann von fußballerischen Defiziten keine Rede sein, doch bei seinem Trainer stand das zuletzt an der Hüfte verletzte Ausnahmetalent schon mal höher im Kurs. „Arne hat sehr viel gespielt“, sagt Dardai, „und die Leistungen waren zum Schluss nicht in Ordnung. Er hat keine Stammplatzgarantie.“ Aussagen, die so streng klingen, als wären sie an seinen Sohn gerichtet, dabei gilt Dardai als der größte Maier-Förderer überhaupt.

Torunarigha oder Plattenhardt?

Gegen die konterstarken Bremer wird er womöglich auf die defensivstärkeren Routiniers Fabian Lustenberger (30) oder Per Skjelbred (31) setzen – wohl auch, weil Maier voraussichtlich erst Donnerstag ins Teamtraining einsteigt.

Jordan Torunarigha, der aus Gladbach eine Achillessehnenblessur mitbrachte, soll bereits heute wieder mitwirken. Er macht Dardai hinten links die Entscheidung schwer, weil der formschwache Marvin Plattenhardt dort nicht mehr unumstritten ist.

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, ob Hertha wie zuletzt mit Davie Selke als einzigem Stürmer auflaufen wird oder mit Vedad Ibisevic und einer Doppelspitze. Noch will sich Dardai nicht in die Karten schauen lassen, aber für eine Überraschung ist der Ungar ohnehin immer gut. Im Hinspiel gegen Werder (1:3) hatte er erstmals in der Bundesliga Sohn Palko in die Startelf beordert.