DFB-Pokal

Ibisevic: „Für uns ist das schon wie ein kleines Finale“

Herthas Kapitän Vedad Ibisevic traut seiner Mannschaft gegen die Bayern eine Pokal-Sensation zu. Und das aus gutem Grund.

Bei Herthas jüngstem 2:0 gegen die Bayern traf Vedad Ibisevic vom Elfmeterpunkt.

Bei Herthas jüngstem 2:0 gegen die Bayern traf Vedad Ibisevic vom Elfmeterpunkt.

Foto: Thomas Eisenhuth / picture alliance / ZB

Berlin.  Pal Dardais Versuch lief ins Leere. „Zu Hause gibt es ein richtig gutes Kalbsschnitzel“, sagte Herthas Trainer vor Beginn der Medienrunde am Montag, „also lasst uns schnell machen.“ Nun, daraus wurde nichts, denn angesichts des fußballerischen Filetstücks, das Mittwoch im Olympiastadion serviert wird (20.45 Uhr, ARD), war die Pressekonferenz des Berliner Bundes­ligisten so gut besucht wie lange nicht. Hertha gegen den FC Bayern, Hauptstadtklub gegen strauchelnden Rekordmeister, das alles im Achtelfinale des DFB-Pokals und an jenem Ort, an dem die Münchner bei ihrem bislang letzten Berlin-Besuch ein blau-weißes Wunder erlebten und 0:2 verloren – eine Konstellation, die bundesweites Medien-Interesse schürt.

Noch sind Restkarten erhältlich

Auch bei Hertha hallt der Sensationssieg aus dem September bis heute nach. „Wir haben bewiesen, dass wir sie schlagen können“, sagt Kapitän Vedad Ibisevic, „aber dafür müssen wir einen perfekten Tag erwischen.“ Und die Münchner einen eher unperfekten, so wie zuletzt beim 1:3 in Leverkusen. „Man merkt, dass die Bayern in dieser Saison Spiele verlieren, die sie sonst nicht verloren ­haben“, sagt der 34 Jahre alte Bosnier: „Das gibt uns Mut. Wir wissen, dass ­etwas möglich ist.“

Allen voran er selbst will seine Chancen nutzen, so wie in seinen jüngsten beiden Einsätzen gegen die Bayern, in denen ihm jeweils ein Treffer gelang. In der Liga schoss er sein Team damit zu einem Remis und einem Sieg gegen die Münchner, doch ein Coup im Pokal hätte noch ganz andere Dimensionen. Für Hertha, weil der Klub seit einer Ewigkeit von der Final-Teilnahme im eigenen Stadion träumt; und für Ibisevic, weil er genau dort schon einmal stand, mit dem VfB Stuttgart 2013 aber knapp an den Bayern scheiterte (2:3). Auch deshalb sagt der Stürmer nun: „Für uns wird die Partie wie ein kleines Finale.“

Seitenhieb auf Manager Preetz

Ob Arne Maier im Spiel des Jahres (noch sind wenige Restkarten verfügbar) mitwirken kann, ist fraglich. Der Mittelfeldspieler hatte beim 0:1 gegen Wolfsburg einen Tritt in den Unterleib bekommen, konnte Montag nicht trainieren. Wen Dardai im Fall der Fälle aufbieten wird, ließ er offen. „Die Aufstellung kommt immer von oben“, sagte er breit grinsend, „da muss ich auf den Manager warten.“ Wohl eine Replik auf die jüngsten Interviews von Michael Preetz, in denen der Manager Anregungen zur Weiterentwicklung des Trainers gab. Eines scheint indes sicher, nämlich die Rückkehr zum bewährten 4-2-3-1-System. Bleibt aus Berliner Sicht nur zu hoffen, dass diese Maßnahme besser greift als Dardais Kalbsschnitzel-Appell.

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