Hertha BSC

Geduldsübung für Fortgeschrittene

Rückkehrer Karim Rekik muss sich im Hertha-Training noch zügeln. Fünf andere verletzte Profis lassen auf sich warten

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Der Regen nieselte so stetig, als würde er aus einer Beregnungsanlage kommen, aber Karim Rekik hielt seinen Plan trotzdem für wasserdicht. In dem Wissen, dass am Nachmittag eine Laufeinheit für die länger verletzten Spieler anstand, meldete sich Herthas Verteidiger nach dem ersten Training der Woche bei Pal Dardai. Alles bestens, versicherte Rekik Herthas Trainer, er fühle sich bereits so fit, dass er problemlos mit der Mannschaft trainieren könne. Dardai antwortete mit einem kräftigen Lob – und schickte Rekik später trotzdem zum Laufen.

Über seine Schelmenhaftigkeit freute sich Dardai diebisch, auch wenn es an anderer Stelle weniger Grund zur guten Laune gibt. So problemlos wie im Fall von Rekik klappt die Wiedereingliederung der jüngst Verletzten nicht bei allen. Zum Wochenbeginn fehlten Davie Selke und Valentino Lazaro.

Zwangspause für Selke und Lazaro

Lazaro war am Wochenende im Training umgeknickt, Selke machen Wadenprobleme zu schaffen. „Bei beiden soll es angeblich nicht so schlimm sein. Wir warten jetzt erst mal ab“, sagt Dardai. Lazaro trainierte am Montag schon wieder individuell mit Athletiktrainer Hendrik Vieth. Hinter dem Österreicher liegt die wohl beste Hinrunde seiner Karriere, als Rechtsverteidiger gehörte er zu den wenigen Konstanten im Berliner Bundesligateam. Der 22-Jährige machte jedes Spiel, das gelang außer ihm nur Kapitän Vedad Ibisevic.

Zu den schmerzlich Vermissten bei Hertha gehört Javairo Dilrosun. Der talentierte Niederländer hatte sich Mitte November beim Nationalteam am Oberschenkel verletzt und ist aktuell immer noch nicht im Training. „Bei ihm wird es noch dauern, vielleicht eine Woche“, sagt Dardai. Genaue Prognosen seien kaum möglich. Rekonvaleszenz als Geduldsübung für Fortgeschrittene.

Test gegen Bielefeld am Mittwoch

Im Fall des neuen Mittelfeldchefs Marko Grujic, der an einer Sprunggelenksverletzung laboriert, hoffen sie bei Hertha auf eine Rückkehr zum zweiten Rückrundenspiel gegen Schalke. Verteidiger Derrick Luckassen (Syndesmoseband) weilt derzeit noch in Eindhoven zur Behandlung. „Er ist genau wie Marko nicht unser Eigentum, um die Erstbehandlung kümmert sich der Stammverein“, sagt Dardai.

Mittwoch will der Ungar beim Test gegen Zweitligist Arminia Bielefeld (14 Uhr, Amateurstadion) seine Spieler unterschiedlich testen. Einige sollen 90, andere 70 oder 20 Minuten zum Einsatz kommen. Abwehrspieler Niklas Stark, ebenfalls länger verletzt, soll rund eine Stunde spielen. „Wir müssen sehen, wie er das Training verkraftet, auch er hatte eine lange Pause“, so Dardai. Bei Rekik war er sich noch nicht sicher, was einen Einsatz angeht. Die Alternative schwant dem Verteidiger vermutlich schon: Lauftraining.

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