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Hertha-Kaltstart auf die Rückrunde: Grujic fehlt weiter

Um kurz nach zehn war die kurze Pause bei Hertha BSC vorbei. Der Hauptstadtclub startet in der Berliner Kälte seine Vorbereitung.

Trainer Pal Dardai von Hertha BSC lächelt vor einer Trainingseinheit des Fußball-Bundesligisten.

Trainer Pal Dardai von Hertha BSC lächelt vor einer Trainingseinheit des Fußball-Bundesligisten.

Foto: dpa

Berlin. Über das Gesicht von Pal Dardai huschte auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und eisigem Wind ein Lächeln. Mit dem Stolz eines Vaters berichtete der Coach von Hertha BSC beim Trainingsstart über den Erfolg des "Team Dardai" beim traditionellen Kick nach Weihnachten in der ungarischen Heimat. "Siegertruppe", antwortete Dardai am Donnerstag auf die Frage nach dem Erfolg an der Seite seiner drei Söhne. "Wir hatten nicht mal einen Punktverlust."

Bis zu einem Titel mit dem Berliner Fußball-Bundesligisten ist es für den 42-Jährigen noch ein deutlich weiterer Weg. Doch der Coach weiß auch schon mehr als einem Monat vorher, wie sehr das Pokal-Achtelfinale gegen den FC Bayern München am 6. Februar nicht nur die eigenen Fans elektrisiert. "So wie alle Berliner haben wir große Ziele", sagte Dardai mit Blick auf das erste große Highlight der Rückserie. "Wenn Bayern will und alle Spieler alles geben, wird es sehr schwer. Aber wir wollen auch."

Einige Stammspieler sind noch verletzt

Der Coach musste zum Auftakt der Vorbereitung, während der die Berliner nicht ins Trainingslager fliegen, noch auf mehrere zuletzt angeschlagene Stammspieler verzichten. Nach einer Sprunggelenkverletzung wird Leihprofi Marko Grujic dabei voraussichtlich auch zum Liga-Neustart beim 1. FC Nürnberg am 20. Januar noch fehlen. "Bei ihm dauert es noch ein bisschen. Marko hat noch kein Grünes Licht bekommen, um mit uns zu trainieren", sagte Dardai. In der Woche vor dem Spiel gegen den FC Schalke 04 am 25. Januar sei mit dem 22 Jahre alten Mittelfeldspieler womöglich wieder zu rechnen.

Die ebenfalls angeschlagenen Salomon Kalou und Javairo Dilrosun sollen im Fall bestandener Leistungstests zeitnah wieder ins Teamtraining zurückkehren. Innenverteidiger Karim Rekik könnte nächste Woche wieder dabei sein. "Ich will ihn nicht unter Druck setzen", sagte Dardai angesichts der auskurierten Muskelverletzung beim Niederländer.

Pal Dardai bremst die Erwartungen

Derrick Luckassen ist noch zu Behandlungen bei der PSV Eindhoven, die ihn ausgeliehen hat. Flügelstürmer Mathew Leckie ist derzeit trotz eines Muskelfaserrisses weiter mit dem australischen Nationalteam beim Asien Cup. Zumindest Niklas Stark und Lukas Klünter kehrten ins Mannschaftstraining zurück und standen mit ihren Kollegen um kurz nach zehn Uhr auf dem Platz.

Auch aufgrund der Personalsituation bremst Dardai die Erwartungen für die Rückrunde, in die die Berliner als Tabellenachter starten. "24 Punkte mit der Verletzungsmisere, die wir hatten - da sollten alle in die Kirche gehen und sich bedanken", sagte er im Rückblick. Mit der gleichen Ausbeute wäre der Coach nun auch zufrieden. Dies würde voraussichtlich für das Saisonziel eines einstelligen Tabellenplatzes reichen - aber nicht für das internationale Geschäft. "Wir sind heiß und wollen wieder Gas geben", sagte Stürmer Davie Selke beim Start. "Es war schon cool, mal wieder gegen den Ball zu treten."

Zur weiteren Vorbereitung plant Hertha auch einen Härtetest in Berlin. In der kommenden Woche wird es laut Dardai eine Partie gegen Zweitligist Arminia Bielefeld geben. "Wir brauchen den Rhythmus, 60, 90 Minuten, die Spieler sollen sich wieder quälen", erklärte er. Am 13. Januar tritt der Hauptstadtclub zum Telekom Cup in Düsseldorf an. Im Halbfinale geht es gegen Borussia Mönchengladbach, anschließend entweder gegen Gastgeber Fortuna oder den FC Bayern.

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