Bundesliga

Hertha kommt mit Schwung aus dem Urlaub

Für Hertha-Trainer Parl Dardai und seine Hochbegabten Arne Maier und Valentino Lazaro steht eine wegweisende Rückrunde an.

Herthaner senden Urlaubsfotos aus der Winterpause: Valentino Lazaro in Florida am Pool

Herthaner senden Urlaubsfotos aus der Winterpause: Valentino Lazaro in Florida am Pool

Foto: Lazaro via Instagram

Berlin.  Relaxen am Pool in Miami, Posieren mit der Freundin vor nächtlicher Kulisse in Dubai, das Vater-Sohn-Team in Ungarn – die entspannten Ferien-Zeiten sind vorbei, ab diesem Donnerstag wird bei Hertha BSC wieder gearbeitet. Nach elf Tagen Pause hat Trainer Pal Dardai seine Fußball-Profis für zehn Uhr auf den Schenckendorff-Platz bestellt. Dann ist er verjährt, der Turniersieg der Dardais beim Hallenturnier im ungarischen Städtchen Vement – Pal Dardai war dabei ­sowie Sohn Marton (16) von Herthas U17. Und Palko Dardai – der Hertha-Profi wurde als bester Spieler des ­Turniers ausgezeichnet.

„Die Pause tat gut. Aber wir sind Fußballer. Jetzt freuen wir uns, dass es wieder losgeht“, sagte Pal Dardai. Die Vorbereitung auf die Rückrunde ist kurz – am 20. Januar bestreitet Hertha die erste Partie des Jahres beim Liga-Letzten 1. FC Nürnberg. Die meisten Klubs bereiten sich in wärmeren Gefilden vor. Der Hauptstadt-Klub ist neben Hoffenheim, Leipzig und Leverkusen einer von nur vier Erstligisten, die im Lande bleiben­.

Vier Mal wurde der Dardai-Vertrag verlängert

Es sind richtungsweisende fünf Monate: Für viele Beteiligten hängt ihre Zukunft davon ab, wie überzeugend bei den Blau-Weißen – bislang auf Rang acht – die Rückrunde ausfällt.

Da ist Dardai, mit knapp vier Jahren der Trainer mit der zweitlängsten Amtszeit der Liga (nach Christian Streich/seit 2011 in Freiburg). Dardais Vertrag läuft jeweils bis zum 30. Juni. Vier Mal hat die sportliche Leitung das Arbeitspapier verlängert.

Pokal-Achtelfinale am 6. Februar gegen die Bayern

Dass es so kommt, ist aber kein Automatismus. In dieser Saison wird die Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit davon abhängen, auf welcher Seite die Leistungswaage von Hertha sich senkt. Nach dem unbefriedigenden Jahresende – nur ein Punkt aus den letzten drei Partien – hat Manager Michael Preetz seine Erwartungen klar formuliert: „Wir sollten auch mal den Beweis antreten, dass wir in der Lage sind, eine bessere Rückrunde als Hinrunde zu spielen.“ In allen Saisons unter Dardai hatte Hertha in der Rückserie jeweils weniger gepunktet.

Erwartet wird von der Chefetage eine Halbserie mit Aufbruchstimmung und Wagemut – statt Frühjahrsmüdigkeit. Da trifft es sich, dass Hertha in der Rückrunde ein Heimspiel mehr hat als in der Hinserie – neun. Dazu kommt der Höhepunkt im Achtelfinale des DFB-Pokals, wenn am 6. Februar ­Meister Bayern München im Olympiastadion antritt (20.45 Uhr).

Preetz fordert eine bessere Rückrunde

Das Verhältnis von Manager und Trainer gilt es im Auge zu behalten. Während Preetz eine bessere Rückrunde fordert, sagte Dardai der „Bild“: „Wenn wir nochmal 24 Punkte holen und bei 48 Punkten stehen, bin ich ­zufrieden.“ Will Hertha allerdings international starten – derzeit beträgt der Abstand zu Rang sechs nur zwei Zähler – braucht es am Saisonende eine bessere Ausbeute. In der Vorsaison hatte Leipzig als Sechster 53 Punkte.

Die Europacup-Teilnahme ist nicht nur deshalb interessant, weil die Liga in diesem Jahr so ausgeglichen ist wie lange nicht mehr. Auch als Ausbildungsverein, der Hertha ist, hilft es, wenn junge Spieler europäische Perspektiven haben. So hat sich die Qualität der Youngster längst herumgesprochen. Der Name von Mittelfeldspieler Arne Maier steht in den Notizbüchern vom FC Arsenal, Manchester United und FC Barcelona. Valentino Lazaro (22) wird heftig vom AC Mailand umworben. Unabhängig davon, dass beide Spieler noch langfristige Verträge in Berlin haben, werden gerade diese Hochbegabten schauen, ob Hertha auch 2019/20 der optimale Klub für ihre Entwicklung ist. Eine gute Rückrunde, vielleicht gewürzt mit einem spektakulären Abschneiden im Pokal, würde es dem Manager leichter machen, das Team zusammenzuhalten.

Auslaufender Vertrag bei Ibisevic und Skjelbred

Zudem haben die Profis, deren Verträge im Juni auslaufen, eine große Motivation in eigener Sache. Gemeint sind die Torleute Thomas Kraft und Jonathan Klinsmann, sowie von den älteren Spielern Fabian Lustenberger, Per Skjelbred und Kapitän Vedad Ibisevic.

Eine gute Botschaft ist die Rückkehr der in den letzten Wochen des alten Jahres vermissten Verletzten: Die Innenverteidiger Niklas Stark und ­Karim Rekik wollen ihre Stammplätze zurückerobern. Zudem ruhen große Hoffnungen auf Marko Grujic. Spätestens beim zweiten Rückrunden-Spiel (am 25. Januar gegen Schalke) soll der Mittelfeldspieler nach überstandener Sprunggelenksverletzung der Mannschaft wieder helfen.

Das Rezept für eine gute Stimmung im neuen Jahr ist aus dem alten Jahr bekannt. Dardai sagte: „Es wäre wichtig, mit einem Sieg zu starten. Das würde uns Rückenwind für die ­weiteren ­Partien geben.“

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