Hertha BSC

Michael Preetz nimmt Trainer Pal Dardai in die Pflicht

Manager Preetz kritisiert nach dem 1:3 in Leverkusen den schwachen Hinrunden-Abschluss von Hertha BSC.

Angespannt: Die Hertha-Verantwortlichen Manager Michael Preetz (l.), Cheftrainer Pal Dardau (Mitte) und Cotrainer Rainer Widmayer

Angespannt: Die Hertha-Verantwortlichen Manager Michael Preetz (l.), Cheftrainer Pal Dardau (Mitte) und Cotrainer Rainer Widmayer

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Die erste Aufgabe, die es im Jahr 2019 zu lösen gilt, soll zeigen, welche Richtung die Entwicklung nimmt von Hertha BSC. Am 20. Januar 2019 tritt der Hauptstadt-Klub bei Liga-Schlusslicht 1. FC Nürnberg an. Und so, wie die Berliner die Hinserie beendeten, darf es laut Michael Preetz auf keinen Fall weitergehen. Mit dem 1:3 in Leverkusen war der Hertha-Manager nicht einverstanden. „Die Jungs haben formuliert, dass sie neun Punkte holen wollten aus dieser Woche“, sagte Preetz. „Da waren sie mit dem Mund deutlich größer als mit den Taten, die sie haben folgen lassen.“ Er bezeichnete den Auftritt in der Bay-Arena als „Katastrophe“. Weiter: „So kannst du in der Bundesliga nicht bestehen.“ Er sagte: „Mir hat die Einstellung und Bereitschaft gefehlt, und das einige Male in den letzten Wochen.“

Mit Blick auf das 0:1 (Kevin Volland/6. Minute) sagte Preetz: „Ich weiß nicht, das wievielte Mal wir in den ersten Minuten ein Gegentor hergeschenkt haben.“

Nach nur einem Punkt aus den letzten drei Partien räumte Ersatz-Kapitän Fabian Lustenberger ein: „Wir hätten sicher ein paar Punkte mehr holen können, vielleicht sogar müssen.“ Valentino Lazaro sagte: „Okay, die Hinrunde hätte besser sein können, aber wir sind nicht unzufrieden. Es haben immer wieder wichtige Spieler gefehlt.“ Die Ausfälle hätten „fünf, sechs Punkte“ gekostet.

Die Chance, oben reinzurutschen

Mit 24 Zählern liegt Hertha als Achter mittendrin, die internationalen Plätze sind in Reichweite. Diese Konstellation ist ein Grund für den Verdruss des Managers. Da die Liga ausnahmsweise ein Jahr ohne Bayern-Dominanz erlebe, sagte Preetz: „Ich glaube, dass wir dieses Jahr die Chance haben, richtig nach oben reinzurutschen. Wenn sich solche Möglichkeiten bieten, muss man sie halt auch nutzen. Das ist mir deutlich zu ­wenig umgesetzt worden. Das hat viel zu tun mit Fokussierung.“

Preetz legte nach: „Es ist schade, dass wir relativ fahrlässig eine deutlich bessere Ausgangsposition weggegeben hat. Es ist immer noch alles möglich. Aber wenn wir dieses Gesicht zeigen, kommen wir eher noch in Schwierigkeiten. Weil dann der ­Abstand nach unten nicht groß ­genug ist.“ Fairerweise muss man hier einwenden, dass Herthas ­Abstand auf Relegationsplatz 16 vergleichsweise beruhigende zehn Punkte beträgt.

Hertha und das Problem mit der Rückrunde

Nun ist öffentliche Kritik ein Stilmittel, zu dem Preetz eher selten greift. Wer ist der Adressat? Angesprochen fühlen sollten sich sowohl die Mannschaft, deren Ankündigung, die letzten drei Spiele gewinnen zu wollen, der Manager als vollmundig empfunden hat. Preetz hat wohl auch nicht vergessen, dass das Team ihm Anfang November nicht gefolgt war, als der ­Manager gebeten hatte, dass Spieler, Trainer und Angestellte nach der ­Leipzig-Partie einen Kreis auf dem Feld bilden sollten, um die Einheit von ­Hertha BSC zu demonstrieren.

Den Namen Pal Dardai nannte der Manager nicht. Aber der Trainer sollte sich ebenfalls angesprochen fühlen. Für Einstellung und Fokussierung zu sorgen, ist elementarer Teil des Trainer-Handwerks. Das Verletzungspech, das Hertha zweifellos geplagt hat, lässt Preetz nur zum Teil gelten. „Ja, wenn wir komplett waren, haben wir durchweg bessere Leistungen gebracht.“ Aber man müsse sich auch mal fragen, wo die vielen Verletzungen herrühren.

Dann nimmt Preetz sowohl den Trainer als auch die Mannschaft in die Pflicht: „Wir sollten auch mal den Beweis antreten, dass wir in der Lage sind, eine bessere Rückrunde als Hinrunde zu spielen.“ Hintergrund: Hertha hat unter Pal Dardai in allen drei ­Saisons auf eine gute Hin- eine ­schwächere Rückserie ­folgen lassen.