Hertha BSC

Steht Valentino Lazaro vor dem Absprung?

Der Österreicher hat andere Klubs auf sich aufmerksam gemacht. Zwei Angebote wurden schon abgelehnt. Nun lockt ein Weltverein.

Valentino Lazaro (r.) spielt seit Sommer 2017 für Hertha BSC und hat bisher 41 Bundesligaspiele für die Berliner bestritten (vier Tore, acht Vorlagen).

Valentino Lazaro (r.) spielt seit Sommer 2017 für Hertha BSC und hat bisher 41 Bundesligaspiele für die Berliner bestritten (vier Tore, acht Vorlagen).

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Max Hagmayr ist im Moment viel unterwegs. Der Österreicher ist der Berater von Herthas Rechtsverteidiger Valentino Lazaro. Und da der 22-Jährige eine starke Saison in Berlin spielt, muss Hagmayr gerade viel reisen. Neulich war er in London und Mailand. Am Dienstag weilte der Agent bei Hertha BSC auf der Geschäftsstelle und schaute sich am Abend die Bundesligapartie gegen Augsburg (2:2) an. Zuvor gab es viel zu besprechen über die Zukunft seines Klienten.

Es könnte nämlich sein, dass Lazaro (Vertrag bis 2021) schon bald nicht mehr für Hertha spielt. Im Dezember fragten bereits zwei englische Vereine an und waren bereit, 20 Millionen Euro für die Dienste des österreichischen Nationalspielers zu zahlen. Die Lazaro-Seite lehnte aber ab.

Eine Ablöse von 20 Millionen Euro plus x steht im Raum

Doch nun gibt es wohl einen neuen Interessenten – und zwar einen namhaften. Nach Informationen der Morgenpost soll der italienische Topklub AC Mailand an einer Verpflichtung des vielseitigen Rechtsfußes interessiert sein. Womöglich schon in der kommenden Wintertransferperiode (bis 31. Januar). Im Raum steht eine Ablösesumme von 20 Millionen Euro plus x.

„Solange nichts Konkretes auf dem Tisch liegt, ist alles Spekulation. Aber man weiß nie, wie so etwas ausgeht“, sagt Hagmayr dazu der Morgenpost. Im Moment gäbe es „keine konkreten Gespräche“. Lazaro fühle sich wohl in Berlin, und Hertha sei zufrieden mit dem Spieler. „Es ist nicht beabsichtigt, dass Tino im Winter weggeht. Das ist unsere Grundeinstellung“, sagt Hagmayr.

Darauf angesprochen, ob das 2:2 (2:2) gegen Augsburg am Dienstagabend sein letztes Heimspiel für Hertha gewesen sei, antwortete Lazaro: „Das weiß ich nicht. Mein Berater ist hier. Es gibt Gespräche. Ich habe mich vom ersten Tag an hier sehr wohl gefühlt. Stand jetzt sieht es so aus, dass ich in Berlin bleibe.“

Umschulung zum Rechtsverteidiger als Karrierechance

Ein Sommertransfer allerdings ist nicht ausgeschlossen. Lazaro hat in dieser Saison in allen 15 Ligaspielen in der Startelf gestanden, zwei Tore erzielt und drei Treffer vorbereitet. Und das nicht auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld, für die ihn Hertha 2017 für rund sechs Millionen Euro von Red Bull Salzburg verpflichtet hatte. Der Berliner Cheftrainer Pal Dardai versetzte Lazaro nach dem Abgang von Rechtsverteidiger Mitchell Weiser (Leverkusen) im Sommer auf die rechte Abwehrseite. Mit seiner guten Technik und Geschwindigkeit leitet er von dort viele Angriffe ein und schlägt gefährliche Flanken. Insgesamt 35 Torschussvorlagen gab er in dieser Bundesligasaison. „Er ist unser Spielmacher von rechts hinten“, sagt Dardai daher über Lazaro.

Die unfreiwillige Umschulung hat Lazaro wohl neue Karrieremöglichkeiten verschafft. Denn offensivstarke Außenverteidiger mit Spielmacherqualitäten sind begehrt im modernen Fußball. Und torgefährliche umso mehr. Im November gelang Lazaro in der Nationalelf und bei Hertha (beim 3:3 gegen Hoffenheim) in einer Woche jeweils ein Treffer.

Mailand will vorher Hakan Calhanoglu verkaufen

Der AC Mailand soll nun um Lazaro werben. Eigentlich müssen die Italiener gerade sparen. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat den Klub in dieser Woche wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play mit einer Geldstrafe in zweistelliger Millionenhöhe belegt und erneut mit einem Ausschluss aus dem Europacup gedroht. Aber vielleicht ist bald frisches Geld vorhanden. Denn laut „Gazzetta dello Sport“ soll RB Leipzig an einer Verpflichtung des Mailänder Mittelfeldspielers Hakan Calhanoglu interessiert sein. Der ehemaligen Leverkusener und Hamburger wechselte 2017 für 25 Millionen Euro in die Serie A. Kommt der Deal zustande, wären finanzielle Mittel für einen Lazaro-Kauf da beim AC Mailand.

„Tino möchte mit Hertha international spielen. Stand jetzt läuft es ja gut mit Hertha“, sagt Hagmayr. Dardais Team liegt auf Tabellenplatz sieben und damit dicht hinter den Europa-League-Plätzen. Es könnte sein, dass sich Lazaros Seite erst einmal die Entwicklung in Berlin bis Sommer anschaut, um dann über einen Wechsel zu entscheiden. Verpasst Hertha das internationale Geschäft, wäre Lazaro womöglich schwer zu halten. Der AC Mailand liegt in Italien im Moment auf Tabellenplatz vier, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigen würde.

Hertha BSC wollte sich auf Nachfrage nicht zu einem möglichen Abgang Lazaros äußern.