Bundesliga

Preetz: „Man trifft nicht immer richtige Entscheidungen“

Wie sich die Chefetage von Hertha BSC und die Mitglieder zusammenraufen.

Herthas Geschäftsführung: Ingo Schiller (l.) und Michael Preetz

Herthas Geschäftsführung: Ingo Schiller (l.) und Michael Preetz

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Eigentlich kennt Andreas Schmidt seinen Verein. Von 1991 bis 2008 spielte er für Hertha BSC. Seit 2010 sitzt Schmidt, mittlerweile in der Vermögensverwaltung tätig, in Herthas Aufsichtsrat. Am Ende der Mitglieder­versammlung am Montagabend in der Messehalle unterm Funkturm stand Schmidt (45) da, den obligatorischen blau-weißen Schokoladen-Weihnachtsmann in der Hand und klang überrascht: ­„Irgendwie hatte ich mehr erwartet.“

Dafür, dass sich in den vergangenen Monaten einige Themen ­angestaut hatten, verlief der vierstündige Termin mit 1250 Mitgliedern ­ruhig, teilweise geradezu zäh. Einen gehörigen Anteil daran hatte Herthas Geschäftsführung. Die bekannte sich, entgegen der sonst gelebten Kultur, offensiv zu Fehlern. So räumte Manager Michael Preetz zum Streit um die Frank-Zander-Hymne „Nur nach Hause“ offen ein: „Das war ein Fehler – den ­haben wir ­umgehend korrigiert.“

Auch Finanzchef Ingo Schiller signalisierte, die Kritik über die ausbleibende Informationspolitik, dass Finanzinvestor KKR 2017 und 2018 seine Anteile an Hertha-Aktien erhöht hatte, sei angekommen: „Wir haben das intern diskutiert. Beim nächsten Mal werden wir das anders handhaben.“

Der Manager lobt Dialog mit Fanszene

Ebenfalls wohlwollend nahmen die Mitglieder zur Kenntnis, dass Preetz ausdrücklich den wiederaufgenommenen Dialog mit der aktiven Fanszene lobte. Und sagte: „In der Vergangenheit haben beide Seiten Fehler gemacht.“ Die Geschäftsleitung wolle mit den Fans die Themen aufarbeiten.

Der Manager beschrieb, dass täglich viele Interessen zu berücksichtigen seien: vom Verein, von Mitgliedern, von Fans, aber auch von Partnern des ­Wirtschaftsunternehmens Hertha BSC. „Wir müssen als Geschäftsleitung zahlreiche Entscheidungen treffen“, sagte Preetz. „Man trifft nicht immer richtige und gute Entscheidungen.“

Bei so viel Entgegenkommen der Verantwortlichen war bei der Aussprache nichts mehr übrig von der Wut, die sich anfänglich noch auf Preetz konzen­triert hatte. Im Gegenteil, ein Mitglied, das den Manager scharf attackiert hatte, ging spät am Abend ein zweites Mal zum Mikrofon und bat Preetz um ­Entschuldigung für seine Wortwahl.

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