Finanzen

Hertha BSC kauft Anteile von Investor KKR zurück

Der Bundesligist gab in der Saison 2017/18 für sein Personal 60,8 Millionen aus und meldet erstmals seit 2014 einen Gewinn.

Herthas Finanzchef Ingo Schiller

Herthas Finanzchef Ingo Schiller

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Berlin. Hertha BSC meldet für die Saison 2017/18 einen Rekord-Ertrag von 152,9 Millionen Euro. Nach mehreren Jahren mit negativem Saldo wies der Fußball-Bundesligist einen Gewinn nach Steuern von 4,1 Millionen Euro aus.

Der größte Posten bei den Einnahmen sind die TV- und Medienrechte. Da seit Juli 2017 der neue, lukrative Fernsehvertrag für die Deutsche Fußball Liga (DFL) gilt und Hertha sich zudem in der TV-Geldrangliste von Rang 17 (2013/14) auf Rang acht verbessert hat, nahmen die Berliner in diesem Bereich 59,3 Millionen Euro ein. Der mit insgesamt mehr als einer Milliarde Euro dotierte TV-Vertrag ist der Grund, dass die meisten Erstligisten dieser Tage Umsatz-Bestmarken anzeigen. Trotz der steigenden Summen bleiben die teils erheblichen Abstände zwischen den Klubs bestehen.

Über Transfers nahm Hertha für die Spieler Mitchell Weiser, Genki Haraguchi und Sebastian Langkamp insgesamt 19,1 Millionen Euro ein. Die Ausgaben bei Hertha beliefen sich in der Vorsaison auf 148,8 Millionen Euro. Der größte Kostenfaktor ist dabei das Personal – 60,8 Millionen Euro.

Die Verbindlichkeiten des Klubs werden weiter steigen

Herthas Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2018 sind auf 47,63 Millionen Euro gestiegen (Vorjahr: 37,54) und werden auch in Zukunft anwachsen. Denn: Wie Schiller Montagabend verkündete, hat Hertha die Anteile von Finanzinvestor KKR (12,79 Prozent) vollständig zurückgekauft. 61,2 Millionen Euro hatte der Klub im Januar 2014 von KKR erhalten. Um die Anteile zurückzukaufen musste Hertha 71,2 Millionen Euro zahlen. Die Finanzierung erfolgte über die 40-Millionen-Euro-Anleihe, die im November gezeichnet wurde. 20 Millionen kamen als Vorauszahlungen von Sponsoren- und Hospitalcity-Einnahmen, zehn Millionen wurden als Bankkredit aufgenommen. Summen, die erst in der Bilanz der Saison 2018/19 auftauchen werden. Die Verbindlichkeiten werden dann noch einmal „deutlich ansteigen“, so Schiller.

Trotzdem war der Finanzchef zufrieden. „Das sind sehr gute Zahlen für Hertha BSC“, sagte Schiller. Hertha habe von dem finanziellen Freiraum, den die KKR-Investitionen ermöglicht haben, erheblich profitiert. So habe sich der Unternehmenswert deutlich gesteigert. Beim KKR-Einstieg Anfang 2014 hatte eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Wert auf 220 Millionen Euro taxiert. Aktuell liegt er bei rund 300 Millionen.

Auch die Höhe der Verbindlichkeiten bereitet Schiller keine allzu großen Bauchschmerzen, weil das Verhältnis zu anderen Kennzahlen stimme. Was die Lizenzierung durch die DFL angeht, sagte Schiller: „Von der Seite ist das völlig unproblematisch.“ Uwe Bremer

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