Bundesliga

Hertha-Fans protestieren gegen neues Einlauflied

Kurz vor dem Liga-Start im Olympiastadion teilt Hertha mit, die Hymne "Nur nach Hause" von Frank Zander ins Vorprogramm zu schieben.

Peter Fox, einer der Frontmänner von "Seeed"

Peter Fox, einer der Frontmänner von "Seeed"

Foto: pa

Berlin. Hertha BSC macht die Berlin-Hymne "Dickes B" von Seeed zum neuen Einlauflied. Das teilte der Bundesligist am Freitagabend in einer Mail an seine Mitglieder mit. Die seit 25 Jahre gespielte Hymne "Nur nach Hause" von Frank Zander soll künftig "bei der Stadionshow" vor dem Anpfiff gespielt werden.

In der Mail an die Mitglieder heißt es, "Dickes B" unterstreiche die Verbindung des Vereins zu Berlin. Man habe ein Lied ausgewählt, "mit dem sich jede Berlinerin und jeder Berliner identifizieren kann". Weiter heißt es: "Es ist uns hierbei wichtig, die Liebeserklärung an die Stadt Berlin, rund um unsere aktuellen Aktionen, auch bei einem der emotionalsten Momente eines jeden Heimspiels, dem Einlauf der Mannschaften, zu zelebrieren."

"Nur nach Hause" bleibe "selbstverständlich" ein fester Bestandteil der Stadionshow. Frank Zander sang das Lied zum Bundesliga-Auftakt im Olympiastadion gegen Nürnberg am Sonnabend live - etwa zehn Minuten vor dem Anpfiff. "Darüber hinaus haben wir uns dafür entschieden, dass wir ab sofort 'Nur nach Hause' zeitlich etwas vorziehen."

In ersten Reaktionen vom Freitagabend kritisierten Hertha-Fan-Gruppierung die Entscheidung scharf. Die beiden Gruppen "Harlekins 98" und "Hauptstadtmafia" teilten mit: "Aus unserer Sicht ist das ein herber Einschnitt in das Stadionerlebnis aller Herthaner. Dieser kleine Freiraum, der uns noch geblieben ist, wurde uns jetzt genommen." Kritisiert wird in einer Mitteilung, die der Berliner Morgenpost vorliegt, zudem die Art und der Zeitpunkt der Bekanntmachung. "Innerhalb weniger Tage wurde hier die unermüdliche Arbeit der aktiven Fans zunichte gemacht."

Vor der Auftaktpartie gegen Nürnberg am Sonnabend entrollten die Fans im unteren Bereich der Ostkurve ein Banner mit der Aufschrift „Nur nach Hause - Jetzt!“ und skandierten zuvor „Vorstand raus“ und „Keuter raus“. Der frühere Twitter-Manager Paul Keuter ist in der Geschäftsführung der Berliner für Kommunikation zuständig.