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Hertha-Manager Michael Preetz: „So weit sind wir noch nicht“

Während die Konkurrenz kräftig einkauft, wartet Hertha BSC weiter auf eine namhafte Verpflichtung – dabei gibt es noch Bedarf.

Herthas Manager Michael Preetz konnte bisher  die Talente  Lukas Klünter (22), Javairo Dilrosun (20) und Pascal Köpke (22) holen

Herthas Manager Michael Preetz konnte bisher die Talente Lukas Klünter (22), Javairo Dilrosun (20) und Pascal Köpke (22) holen

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Schladming.  Von Lucien Favre, einst Hertha-Trainer und mittlerweile bei Borussia Dortmund im Amt, stammt der Satz: „Der Erfolg einer Saison entscheidet sich zu 80 Prozent in der Transferperiode.“

Ob Herthas Manager Michael Preetz diese Auffassung exakt so teilt, ist nicht überliefert. Es ist aber unstrittig, dass der Donnerstag, an dem in der englischen Premier League die Einkaufsfrist endete, kein guter Tag für Hertha war. Weil am späten Abend der FC Fulham das Leihgeschäft von Tim Fosu-Mensah (20) bekannt gab. Der Niederländer von Manchester United ist ein interessanter Spieler, der in der Defensive variabel einsetzbar ist.

Auch Hertha war an ihm interessiert. Doch Preetz wollte von Enttäuschung nichts wissen. Er bestätigte weder ein Hertha-Interesse an Fosu-Mensah noch an Max Meyer. Auch am ehemaligen Schalker Mittelfeldspieler sollen die Berliner Gefallen gefunden haben. Doch der U21-Europameister hatte sich dann doch für Crystal Palace entschieden: „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen. Wir melden Abschlüsse, wenn sie fix sind“, sagte Preetz am Freitag.

Wechsel für Plattenhardt nach England nicht mehr möglich

Für ihn, wie für seine Bundesliga-Kollegen, ist dieser Transfersommer mit der frühen Frist in England ein Novum. Im Fall Marvin Plattenhardt lässt sich sagen, so Preetz: „Marvin wechselt nicht nach England. Aber es gibt andere interessante Märkte. Wenn da für ihn etwas interessant sein sollte, würden auch wir uns damit befassen.“ Italien und Spanien sind für Plattenhardt denkbar. Grundsätzlich aber, „sind wir froh, dass wir mit Marvin einen deutschen Nationalspieler bei uns haben“.

Auch wenn weder der Manager noch Trainer Pal Dardai sich festlegen lassen wollen: Wenn die Transferperiode zu 80 Prozent über den Saison-Erfolg entscheidet, kann der Hertha-Kader noch zwei, drei fertige Spieler vertragen. Bisher hat Hertha vor allem Talente als Versprechen auf die Zukunft geholt: Wie Lukas Klünter (22), Javairo Dilrosun (20), Pascal Köpke (22), dazu die Eigengewächse um Palko Dardai (19), Julius Kade (19) und Dennis Jastrzembski (18).

Die Liga-Konkurrenz aus Bremen, Hannover, Stuttgart oder Wolfsburg dagegen verpflichtete reihenweise gestandene Bundesliga-Profis. Gerät Hertha also etwa ins Hintertreffen? Zumal an den Trainer die Erwartung gestellt wird, vor allem im Olympiastadion mit attraktivem Fußball die Fans zu beglücken. Es ist (und bleibt) kompliziert.

Doch Preetz hat auch Gegenargumente

Die Erfahrung zeige, dass nicht jede Verpflichtung eines fertigen Spielers automatisch zur Verbesserung führt. Der Manager warb um Verständnis, dass das Wechselfenster in der Bundesliga noch drei Wochen offen sei. Und forderte zudem Respekt: „Es muss sich niemand dafür schämen, dass er, wenn er jedes Jahr ins Olympiastadion geht, dort Bundesliga-Fußball sieht.“ Mit Blick auf Herthas im Vergleich zu diversen Konkurrenten begrenzte Finanzmittel sagte Preetz: „Natürlich sind wir auch ehrgeizig. Wir würden gern sagen, dass wir jedes Jahr um die internationalen Plätze spielen würden. Aber so weit sind wir noch nicht.“

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