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Vedad Ibisevic: „Herthas Weg ist unberechenbar“

Kapitän Vedad Ibisevic erwartet eine knallharte Saison, weil direkte Konkurrenten deutlich mehr investierten.

Training mal anders. Vedad Ibisevic (r.) und die anderen Hertha-Spieler gönnen sich etwas Ausgleichssport und f

Training mal anders. Vedad Ibisevic (r.) und die anderen Hertha-Spieler gönnen sich etwas Ausgleichssport und f

Foto: Mathias Renner / City-Press GbR

Schladming.  Er hat bei Hertha BSC die meisten Bundesliga-Spiele absolviert (287), die meisten Tore geschossen (127) – natürlich nicht alle bei Hertha – und ist mit 34 Jahren der älteste Profi im Kader des Berliner Fußballklubs. Dass Vedad Ibisevic immer wieder auf sein Alter angesprochen wird, nimmt der Bosnier gelassen hin. Im Trainingslager in der Steiermark stellte sich der Hertha-Kapitän den Fragen der Journalisten, bevor er sich mit dem Team ins Mountain-Kart setzte und durchs Gelände fuhr. Ibisevic sprach dabei über ...

das Alter: Es wird nicht leichter. Aber ich bin zufrieden mit dem Zustand. Ja, ich tue mich schwer im Training. Wenn ich aber die anderen sehe, das gibt mir Selbstvertrauen: Die leiden auch.

die Qualität bei Hertha: Das ist schwierig zu sagen. Wir haben ein paar Jungs dazu bekommen und viele junge Spieler. Wir haben keine großen Transfers gemacht und den einen oder anderen wichtigen Spieler verloren. Vergangene Saison haben wir gesagt, dass wir stärker sind als zuvor. Sind in der Tabelle aber nur Zehnter geworden.

die Bundesliga-Konkurrenz: Das haben wir als Spieler nicht zu diskutieren. Der Verein muss wissen, in welche Richtung er gehen will. Wenn Hannover, Bremen oder Stuttgart gestandene Spieler holen, heißt das nicht, dass es bei denen automatisch klappen wird. Ja, es sieht so aus, als ob andere mehr Geld investieren. Aber es gibt im Fußball keine Garantien. Wir haben junge Spieler. Natürlich ist dieser Weg unberechenbar.

die Saison-Erwartung: Ich erwartet eine knallharte Saison. Die Konkurrenten schlafen nicht, sie geben Gas. Überall hat sich etwas getan. Es wird für uns mit Hertha sicher nicht einfacher. Wir sind in einem Bereich, wo es viele Konkurrenten gibt. Wir wissen im Moment nicht genau, wo wir stehen.

die Vertragslage: Mein Vertrag bei Hertha läuft bis 2019. Stand jetzt sage ich nicht, dass das meine letzte Saison ist. Ich möchte dann gern weiterspielen. Aber wer weiß, was im nächsten Sommer ist.

das Bundesliga-Niveau: Ich bin nicht der Meinung, dass das Niveau in der Bundesliga schlechter geworden ist. Es wird immer geschaut, wie erfolgreich die Bundesliga international abgeschnitten hat. Aber die Liga selbst wird jedes Jahr besser. Es wird jede Saison anspruchsvoller, die Spieler sind technisch besser ausgebildet, es wird immer schneller gespielt.

die Berliner Jungs: Wir haben neun Spieler, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Junge Spieler, die erst mal Erfahrungen sammeln müssen. Sie bringen Qualität mit. Aber Jugendfußball ist eine ganz andere Sache als Profifußball.

die Vorbildfunktion: Ich finde es wichtig, dass wir Ältere im Kader haben: Salomon Kalou, Fabian Lustenberger, Per Skjelbred, Rune Jarstein, Thomas Kraft. Man braucht diese Erfahrung. Wir versuchen, die Jungen vorzubereiten auf das, was auf sie zukommt.

die Stürmer-Hilfe: Mo Kiprit und Pascal Köpke haben Qualität, sie sind unterschiedliche Spieler. Natürlich können sie von uns lernen. Mo Kiprit ist aggressiv, spielt im Training auch mal Foul – das ist schon mal ein guter Weg.

die Selke-Verletzung: Der Ausfall von Davie ist nicht gut. Er hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er wichtig für uns ist, hat wichtige Tore gemacht. Bis er zurückkommt, werde ich jetzt mehr spielen. Aber wir müssen als Mannschaft schauen, gute Resultate zu erreichen, damit Davie solange wie möglich Zeit hat, um sich zu erholen.

die Dreier-Abwehrkette: Im Moment sieht es gut aus. Wir müssen es noch mehr üben, damit wir das neue System in wichtigen Spielen umsetzen können. Grundsätzlich finde ich es als Mannschaft wichtig, variabel zu sein. Deshalb finde ich das System eine Bereicherung.

das Kapitäns-Amt: Es macht mich stolz, bei einem Verein wie Hertha der Kapitän zu sein. Das ist mir eine Ehre. Aber auch andere Jungs von uns könnten die Binde tragen.

die Schiedsrichter: Mit meiner Kapitänsbinde – manchmal hilft es mit den Schiedsrichtern, manchmal nicht. Ich versuche, mich selbst zu ändern, um den besten Weg zu finden, wie ich mit den Schiedsrichtern umgehen kann.

die Zukunft: Ich möchte dieses Jahr in der Bundesliga genießen. Was danach kommt und wo, ist offen. Wenn meine Karriere vorbei ist, will ich weiter im Fußball bleiben. Was genau, weiß ich noch nicht. Nur eines ist sicher: Ich werde kein Schiedsrichter.

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