Hertha BSC

Hertha sucht noch einen Hochkaräter

In Schladming studieren die Berliner ein neues Spielsystem ein. Manager Preetz steht in Verhandlungen mit dem Dänen Höjbjerg.

Den hätten sie wohl gern: Pierre-Emile Höjbjerg spielte zuletzt in South­ampton. Hertha ist sehr an dem 23-Jährigen interessiert.

Den hätten sie wohl gern: Pierre-Emile Höjbjerg spielte zuletzt in South­ampton. Hertha ist sehr an dem 23-Jährigen interessiert.

Foto: Getty Images / Southampton FC/Getty Images

Schladming.  Für Sonntag sagt der Wetterdienst Gewitter voraus, für Montag, Dienstag und Mittwoch Regen. Am Ankunftstag Sonnabend begrüßte die Steiermark die Bundesliga-Fußballer von Hertha BSC zwar noch mit freundlichen Temperaturen knapp unter 30 Grad. Allerdings nicht so früh wie gedacht: Der Flieger in der Hauptstadt hob mit sechs Stunden Verspätung ab. Erst die Hitze in Berlin, nun möglicherweise nasse Verhältnisse in Schladming – egal, wie schwierig die Umstände sein mögen, für Trainer Pal Dardai und seine Kicker tritt die Saison-Vorbereitung in die entscheidende Phase.

Diese Vorbereitung, die mit dem DFB-Pokalspiel am 20. August bei Eintracht Braunschweig endet, hat verschiedene Ebenen. So wird einerseits von Trainern und Spielern erwartet, die Meldungen zu ignorieren, wie andere Klubs aufrüsten, die sich auf ähnlichem Niveau wie Hertha bewegen. Werder Bremen etwa hat für 13,5 Millionen Euro Davy Klaassen aus Everton geholt, Martin Harnik aus Hannover, Yuya Osako aus Mainz. Der VfB Stuttgart hat zehn Neue verpflichtet, darunter Daniel Didavi aus Wolfsburg, Gonzalo Castro aus Dortmund und den Argentinier Nicolas Gonzalez. Auch beim VfL Wolfsburg wird reichlich Geld bewegt: Aus Stuttgart kam Daniel Ginczek, aus Hannover Felix Klaus, aus Alkmaar Torjäger Wout Weghorst.

Der Däne spielte drei Jahre lang beim FC Bayern

Da nehmen sich die drei Neuen bei Hertha, alle mit der Hoffnung auf Steigerungen in der Zukunft geholt, bescheiden aus: Lukas Klünter (vom 1. FC Köln), Pascal Köpke (Aue), Javairo Dilrosun (Nachwuchs Manchester City). Natürlich versucht Manager Michael Preetz, auch Hochkaräter zu finden, die sofort helfen würden. Nachdem sich Max Meyer, mit dem Hertha wohl intensiv geflirtet hatte, für Crystal Palace entschieden hat, bemüht sich Hertha dem Vernehmen nach um Pierre-Emile Höjbjerg (23). Der Däne ist, ähnlich wie Meyer, ein vielseitiger Mittelfeldspieler. Nachdem er sich beim FC Bayern nicht durchsetzen konnte (2012 bis 2015), hat Höjbjerg zuletzt zwei gute Saisons beim FC Southampton gespielt.

Egal, wie fortgeschritten die Verhandlungen sind – noch ist nichts unterschrieben. So lange gilt die vordergründige Ebene der Vorbereitung: Der Trainer arbeitet mit denen, die da sind. Dazu gehört Marvin Plattenhardt – aber wechselt der Linksverteidiger noch in die Premier League? Dort endet die Frist für Zugänge am 9. August. Dazu gehört Florian Baak (20). Der Innenverteidiger übernimmt den Platz von Sidney Friede, der wegen einer Sprunggelenksverletzung in Berlin blieb.

Unter der Woche stehen drei Testspiele an

Mit 26 Profis will das Trainerteam in Österreich das 3-5-2-System einstudieren. Das wird ein komplexes Thema, sagt Innenverteidiger Niklas Stark: „Das ist neu – nichts, was man aus der Jugend kennt. Man muss viel miteinander reden und sich gegenseitig sagen, was man besser machen kann. Das wird eine Aufgabe.“

Ein andere Aufgabe, die der blau-weiße Tross angeht, ist das Einstudieren von Standards. Herthas Experte für diese Situation ist Co-Trainer Admir Hamzagic. Er sagt: „Ich habe mir ein paar neue Varianten einfallen lassen.“ Durch den Abgang von Mitchell Weiser nach Leverkusen braucht Hertha neue Schützen. „Marvin Plattenhardt ist gesetzt“, sagt Hamzagic. „Ansonsten kommen Tino Lazaro und Ondrej Duda infrage. Javairo Dilrosun hat in Manchester Standards getreten. Auch Palko Dardai hat einen richtig guten Schuss.“ Klingt nach guten Optionen. Wie gut das Training angeschlagen hat, testet Hertha in der Steiermark gegen den FC Liefering (Montag), Al Shahab Riad (Mittwoch) und Alginiakos FC (Freitag).