Verletzung

Hertha-Stürmer Davie Selke verpasst Saisonstart

Der Angreifer fällt mit einer Brustkorbverletzung auf unbestimmte Zeit aus. Zugang Pascal Köpke ist nun schneller gefragt, als gedacht.

Davie Selke erzielte in der vergangenen Bundesliga-Saison zehn Treffer für Hertha. Nun fällt der 23-Jährige vorerst aus

Davie Selke erzielte in der vergangenen Bundesliga-Saison zehn Treffer für Hertha. Nun fällt der 23-Jährige vorerst aus

Foto: Soeren Stache / dpa

Neuruppin.  Nicht besonders groß, eklig, giftig noch dazu. Solche Spieler­typen mag Pascal Köpke (22), so einer ist er ja auch. Luis Suarez nennt er als ­Referenz oder Sergio Aguero, die Weltklassefußballer vom FC Barcelona und Manchester City. Davon ist Köpke noch weit entfernt, aber er will sich verbessern. Deshalb ist er in diesem Sommer zu Hertha BSC ­gekommen. Sein nächstes Etappenziel lautet, ein treffsicherer Bundesligastürmer zu werden. Und es könnte sein, dass er früher gebraucht wird, als die Berliner dachten.

Selke: „Das kotzt mich richtig an.“

Denn Davie Selke, Herthas gesetzter Angreifer, hat sich am Sonnabend im Trainingslager in Neuruppin eine Verletzung am Brustkorb zugezogen und wird dem Team von Trainer Pal Dardai auf unbestimmte Zeit nicht zu Verfügung stehen. Nach Vereinsangaben wird der Stürmer den Saisonstart gegen Aufsteiger Nürnberg am 25. August verpassen. „Das ärgert mich natürlich unglaublich – ehrlich gesagt, kotzt es mich richtig an. Aber es ist nicht zu ändern, Verletzungen passieren im Fußball. Ich muss da jetzt durch“, sagt Selke, der in der vergangenen Bundesligasaison zehn Tore erzielt hatte (fünf Vorlagen). „Der Ausfall tut natürlich weh. Wir werden das als Mannschaft auffangen“, sagt Herthas Trainer Dardai.

Mithelfen, Selkes Ausfall aufzufangen, könnte auch Zugang Pascal Köpke. Im Sommer wechselte er von Zweitligist Erzgebirge Aue (wo er zehn Saisontore erzielte) nach Berlin (Vertrag bis 2022) und sagt: „Ich möchte mich hier weiterentwickeln und in der Liga Fuß fassen.“ Es hieß, er habe bereits bei Hannover 96 im Wort gestanden, sich aber im letzten Moment für die Berliner entschieden. Aus Hannover warf man ihm schlechten Stil vor und raunte, Vater Andreas, der ehemalige Nationaltorwart und heutige Bundestorwarttrainer unter Joachim Löw, hätte sein Übriges dazu getan. „Mein Vater hatte eigentlich nichts mit der Sache zu tun“, entgegnet Pascal Köpke. Hertha sei für ihn der Klub, bei dem er bessere Entwicklungschancen sehe. Sein Ziel im ersten Jahr ist es, so viel Spielpraxis wie möglich zu bekommen. „Ich möchte Druck machen, mich an­bieten und zeigen“, sagt Köpke. Das kann Hertha jetzt gut gebrauchen.

Im Berliner Sturm steht ein Generationswechsel bevor

Nach dem Ausfall von Selke (23) steht nur noch Vedad Ibisevic in der Stürmerhierarchie vor Köpke. Aber Ibisevic ist nicht mehr der Jüngste, in einigen Tagen wird er 34. Das Gleiche gilt für Salomon Kalou, Herthas erfolgreichsten Torschützen der vergangenen Saison (zwölf Treffer) – der wird Anfang August 33. Ein Generationswechsel im Sturm steht bevor. Die Übergangsphase ist seit vergangenem Sommer, als Selke von RB Leipzig verpflichtet wurde, eingeleitet.

Selke ist ein anderer Spielertyp als Köpke. Über Köpke sagt Dardai: „Er macht gute Wege, läuft viel in die Tiefe und stellt die gegnerischen Verteidigungsreihen damit vor Probleme.“ Nur „im Kopf müssen wir ihn noch schneller machen“. Köpke muss sich an das höhere Tempo in der Bundesliga gewöhnen und ­handlungsschneller werden. „Klar geht hier alles schneller. In der Zweiten Liga hatte man auch nicht gerade viel Zeit, aber hier ist das Tempo noch mal höher“, sagt Köpke. Im Test gegen Sechstligist MSV Neuruppin (9:1) gelang ihm sein erstes Tor im neuen Trikot. „Als Stürmer ist es wichtig zu treffen, egal gegen wen“, sagt Köpke. Dieses Erfolgsgefühl will er mit in die kommenden Wochen nehmen und ­wiederholen. Dann könnte er schneller für Hertha auf dem Platz stehen als gedacht.