Hertha BSC

Trainer Dardai sucht einen Knipser

Hertha hat fast drei Monate im Olympiastadion nicht mehr gewonnen. Der Grund für die bisher magere Bilanz: Die Berliner erzielen zu wenig Tore.

Vedad Ibisevic (l.) und Davie Selke klatschen sich ab

Vedad Ibisevic (l.) und Davie Selke klatschen sich ab

Foto: pa

Berlin. Hertha braucht dringend Tore und einen Heimsieg. Zwar sagte Trainer Pal Dardai vor der nächsten Pflichtspielaufgabe am Sonnabend (15.30 Uhr, Olympiastadion) gegen den SC Freiburg: „Ich werde nicht darüber reden, was passiert, wenn wir verlieren.“ Doch der Blick auf die Tabelle verdeutlicht die Lage: Gerade einmal sechs Punkte Vorsprung hat Hertha auf Abstiegs-Relegationsplatz 16. Die Freiburger (13. Platz/29 Punkte) können mit einem Sieg die Berliner (12./31) überholen.

Hertha muss sich in der Offensive steigern

Manager Michael Preetz fasste die Aufgabe für den 26. Spieltag klar zusammen: „Die defensive Balance beibehalten und uns offensiv steigern, damit wir Tore machen.“ Ganze vier Treffer hat der Hauptstadtklub bisher im Jahr 2018 zusammengebracht, in den jüngsten drei Partien traf Hertha überhaupt nicht. Was dazu führte, dass die Blau-Weißen wieder einmal eine miese zweite Halbserie spielen und in der Rückrundentabelle mit sieben Punkten nur auf Rang 15 stehen.

Den letzten Heimsieg feierten die Berliner im Dezember

„Die Mannschaft steht ein bisschen unter Druck“, sagte Dardai. Der bislang letzte Heimsieg datiert vom 13. Dezember des Vorjahres, als Hannover 96 mit 3:1 geschlagen wurde. Die beiden Stürmer Vedad Ibisevic und Davie Selke haben seit Ende November des Vorjahres bzw. seit Mitte Januar nicht mehr getroffen. Die fehlenden Tore aber sind für den Trainer nicht nur ein Problem der Knipser. „Fakt ist, um Tore zu machen, brauchst du Vorlagen und Abschlüsse. Es geht um den letzten Pass und die letzte Konsequenz“, betonte Dardai.

Trainer Dardai denkt an Systemwechsel

Gegen Freiburg darf wohl wieder einmal Kapitän Ibisevic als Mittelstürmer beginnen. Mit zwei Angreifern zu spielen, scheint für den Berliner Chefcoach erst eine Option für die zweite Halbzeit oder die letzten 30 Minuten. „Das ist eine sehr empfindliche Sache“, sagte Dardai und verwies auf die Risiken, die mit einem Systemwechsel verbunden wären. Der Ungar will die Kompaktheit des Teams in der Defensive nicht von Beginn an opfern.

„Ich weiß, wir sind momentan langweilig, nicht zu gut, nicht zu schlecht. Wir sind da irgendwo“, meinte Dardai. „So schnell wie möglich neun Punkte“ einzufahren, hat der Trainer zum vorrangigen Ziel ausgerufen, über Abstiegsgefahr habe er aber nicht gesprochen. Freiburg kommt als „unangenehmer Gegner mit einem erfahren Trainer und einer bissigen Mannschaft“ nach Berlin, bemerkte Dardai. Und die Statistik spricht für die Gäste: nur eins der jüngsten neun Spiele gegen die Breisgauer hat Hertha gewonnen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.