Hertha BSC

Freiburg-Experte Julian Schieber will wieder angreifen

Nach langer Verletzungspause hofft Hertha-Joker Schieber gegen seinen Lieblingsgegner auf sein Comeback. Doch seine Zukunft in Berlin ist offen.

Foto: Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache

Berlin.  Was die Vergangenheit angeht, ist Julian Schieber Realist. „Ach, die interessiert doch niemanden mehr“, sagt er. Wenn er sich da mal nicht irrt. Es war im August 2016, Hertha empfing zum Auftakt der neuen Saison den SC Freiburg und kassierte in der dritten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. Das Gegentor war mehr als ein Stimmungsdämpfer, es weckte im Stadion und ganz Berlin Ängste, weil hinter Hertha eine mehr als bescheidene Rückrunde lag. Dann kam Schieber. Fünfte Minute der Nachspielzeit, Linksschuss, 2:1 – Berlin, ein Hort der Glückseligkeit. „Gegen Freiburg treffe ich anscheinend immer. War schon früher so, in der Jugend“, sagt Schieber.

Wenn es so was wie eine Torgarantie gegen bestimmte Gegner gäbe, sollte Herthas Trainer Pal Dardai seine Startaufstellung für Sonnabend vielleicht überdenken. Dann trifft seine Elf im Olympiastadion erneut auf Freiburg (15.30 Uhr). Ohne Schieber, vermutlich. Seit dem 11. Februar 2017 hat er kein Spiel mehr in der Bundesliga bestritten.

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Der Vertrag des 29-Jährigen läuft im Sommer aus

Der 29-Jährige befindet sich in einer von Ungewissheiten geprägten Phase seiner Karriere. Über allem schwebt die Frage, ob sein Körper den Belastungen des Leistungssports noch standhält. Ein zweiter Knorpelschaden im linken Knie zwang ihn 2017 zu einer langen Pause. Bereits 2015 hatte ihn die gleiche Verletzung rund ein Jahr gekostet. Aus Schiebers Umfeld heißt es, der Angreifer würde sich jetzt besser fühlen als nach dem ersten Knorpelschaden, aber zu behaupten, sein Knie wäre wieder stabil, ist vermessen. In den fast vier Jahren bei Hertha kommt er auf nur 48 Liga-Einsätze.

Seit dem vergangenen Spätherbst trainiert er wieder mit der Profimannschaft, Spielpraxis erhielt er aber lediglich in der U23. Schiebers Enthusiasmus tut das keinen Abbruch. „Wir haben noch neun Spiele, da möchte ich versuchen, so viele Minuten wie möglich zu sammeln“, sagt er. Physisch fühle er sich wieder sehr gut, abgesehen von einer kleinen Muskelverletzung konnte er 2018 konstant trainieren. „Ich merke, dass ich immer besser in Tritt komme, aber natürlich kenne ich auch meine Situation. Ich habe in Davie Selke und Vedad Ibisevic sehr gute Stürmer vor mir und muss auf Chancen als Joker hoffen.“

„Ergebnisoffenes“ erste Gepräch mit Hertha

Diese Rolle hatte Schieber vor seiner Verletzung zuverlässig ausgefüllt. Mit seiner positiven Art, der vorbildlichen Einstellung und seiner Energie, gepaart mit der guten Laune, die er im Training einbringt, ist er im Teamgefüge wohl gelitten. Aber ob das für eine Zukunft in Berlin reicht? Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Die Frage, ob es bisher persönliche Gespräche mit Manager Michael Preetz gab, verneint Schieber. Zwischen seinem Berater Robert Schneider und Preetz gab es bezüglich einer Vertragsverlängerung aber einen ersten Austausch. „Ergebnisoffen“, wie es heißt.

In seiner Heimatstadt Backnang bei Stuttgart gehören ihm schon Immobilien, etwa ein Café und eine ehemalige Kirche. Dass er sich dort nach der Karriere niederlassen will, ist sicher. Nur der Zeitpunkt ist unklar. „Ich denke noch nicht an das Ende meiner Laufbahn, ich denke an die Fortsetzung und einen neuen Vertrag“, sagt Schieber. Gelingt keine Einigung mit Hertha, soll es woanders weitergehen. Stürmer sind begehrt, erst recht solche, die ihre Treffsicherheit in der Bundesliga nachgewiesen haben. Ein Pfand, das Schieber auf seiner Seite weiß. Nur die Gesundheit muss mitspielen. Das ist im Moment entscheidender als Tore.

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