BUNDESLIGA

Frankfurt-Präsident bekräftigt: Kein Platz für AfD-Wähler

Trainer Niko Kovac geht lebenslange Mitgliedschaft bei Eintracht ein

Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, wurde mit 99 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt

Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, wurde mit 99 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Frankfurt/Main.  Präsident Peter Fischer von Eintracht Frankfurt hat seine klare Haltung gegen die rechtspopulistische AfD noch einmal verdeutlicht. „Ich habe in einem Interview gesagt, dass niemand Mitglied bei Eintracht Frankfurt sein kann, der diese Partei wählt. Und ich habe von dieser Aussage nichts zurückzunehmen oder zu relativieren“, sagte der 61-Jährige am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung des Bundesligisten. „Wir müssen uns für die Verteidigung der Werte unserer Gesellschaft ohne Zweifel engagieren. Die sind viel stärker in Gefahr, als wir das wahrnehmen.“

Fischer erhielt für seine Aussagen von einer großen Mehrheit der 793 Stimmberechtigten teils stehenden Applaus. Wie stark die Position von Fischer ist, zeigte sich bei den Präsidenten-Wahlen: Fischer wurde mit 99 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

„Sport ist nicht unpolitisch“

Fischer sagte zwar auch: „Wir werden die politische Gesinnung und das Wahlverhalten unserer Mitglieder nicht überprüfen.“ Aber er erklärte seine Position mit dem Verweis auf die Satzung der Eintracht, die die Integration ausländischer Menschen zum Ziel erklärt sowie Rassismus und Diskriminierung als Gründe für einen Ausschluss definiert.

„Unserem Verein liegt ein Wertesystem zugrunde, zu dem sich jeder kraft Mitgliedschaft bekennt“, sagte Fischer. „Der Sport in diesem Verein ist nicht unpolitisch. Er ist zwar parteipolitisch neutral. Aber die weltanschauliche Haltung einer Partei muss in Einklang mit unserer Satzung stehen.“ Die Frage sei: „Wie passt ein Bekenntnis zu unserer Satzung mit der Unterstützung einer Partei zusammen, deren Spitzenfunktionäre sich regelmäßig diskriminierend, ausgrenzend und herabwürdigend äußern? Ich sage: Das ist unvereinbar!“

Kovac wird auf Lebenszeit Eintracht-Mitglied

Applaus gab es auch für Frankfurts Trainer Niko Kovac. Der gebürtige Berliner, im Wedding aufgewachsen und für Rapide Wedding, Hertha Zehlendorf sowie Hertha BSC gespielt hat, ist am Sonntag eine lebenslange Mitgliedschaft bei der Eintracht eingegangen. „Ich habe mich dafür entschieden, weil es meine erste Trainerstation in der Bundesliga ist. Das ist eine ganz besondere Ehre für mich“, sagte der 46-Jährige, der zuvor die kroatischen Nationalmannschaft trainiert hatte. Aktuell steht Kovac mit der Eintracht auf einem Champions-League-Rang: „Mit dieser lebenslangen Mitgliedschaft möchte ich meine Zugehörigkeit zu Eintracht Frankfurt demonstrieren. Ich werde die Eintracht immer in meinem Herzen tragen“, sagte Kovac. Eine wichtige Geste (Fischer) und eine nette (Kovac).

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