Bundesliga

Hertha holt Punkt gegen Dortmund

Zum Auftakt des 18. Spieltags hat Hertha zu Hause gegen den BVB Unentschieden gespielt - doch bringt sich selbst um den Sieg.

Valentino Lazaro und Davie Selke im Zweikampf mit Jeremy Toljan vom BVB

Valentino Lazaro und Davie Selke im Zweikampf mit Jeremy Toljan vom BVB

Foto: Bernd König / Imago

Berlin. Ob Per Skjelbred für Hertha BSC oder Andre Schürrle für Borussia Dortmund – am Ende dieses bitterkalten Abends im Olympiastadion knieten die Spieler erschöpft am Boden. Die Gefühlslage war unklar: Nach einem intensiven, aber nicht hochklassigen Bundesliga-Spiel trennten sich die Kontrahenten vor 65.893 Zuschauern mit 1:1 (0:0).

Damit warten sowohl die Berliner als auch die Dortmunder im Jahr 2018 weiter auf ihren ersten Sieg. „Wir sind zufrieden mit dem Punkt. Wir sind deutliche besser gewesen in der ersten Halbzeit als in der Schlussphase“, sagte Herthas Trainer Pal Dardai zum ersten Zähler des Jahres.

Was bleibt vom ersten Spiel des neuen Jahres im Olympiastadion? Zum einen ist Borussia Dortmund vom Januar 2018 ist nicht jene spektakuläre Mannschaft, die die Fans in Erinnerung haben. Ohne den aus „sportlichen Gründen“, so BVB-Manager Michael Zorc, in Dortmund gelassenen Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, präsentierten sich eher biedere Gäste im Olympiastadion. Trotz klangvoller Namen wie Mario Götze, Schürrle, Shinji Kagawa oder Christian Pulisic reichte Hertha eine aufmerksame Defensivleistung, um den BVB in der ersten Hälfte in Schach zu halten.

Kraft und Bürki werden in der ersten Hälfte kaum geprüft

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war es ein schwieriges Spiel für die Torwarte. Bei Hertha kam Thomas Kraft als Vertreter des kurzfristig wegen einer Oberschenkel-Verletzung ausgefallenen Stammkeepers Rune Jarstein zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz seit April 2016 (damals ein 0:2 gegen den FC Bayern). Doch Kraft hatte bis zur Pause ebenso wenig zu tun wie Dortmunds Roman Bürki.

Bei Hertha hatte sich Trainer Pal Dardai wie angekündigt für Ondrej Duda und damit für einen Spielmacher entschieden, Mathew Leckie musste auf die Bank. Duda hatte einige gefällige Aktionen, wurde zudem reihenweise von den Dortmundern gleich beim ersten Ballkontakt gefoult. Nichts dramatisches, aber jeweils war der Berliner Angriff unterbrochen.

Selke trifft kurz nach der Pause

Die Zeiten, als Hertha sich gegen Gegner wie den Champions-League-Teilnehmer hinten reingestellt hat und auf ein, zwei Überraschungskonter gewartet hat, sind schon länger vorbei. Die Hausherren spielten durchaus selbstbewusst nach vorn, brachten ihre Kombination auf glattem Geläuf aber nicht sauber bis zum Ende. So ergaben sich Gelegenheiten vor allem nach Standards. Valentino Lazaro zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel ans Außennetz (30.).

Niklas Stark köpfte eine Ecke von Marvin Plattenhardt nur knapp am rechten Pfosten vorbei (33.). Die Statik des Spiel änderte sich jedoch mit dem ersten Angriff der zweiten Hälfte. Lazaro dribbelte auf der rechten Seite im Zusammenspiel mit Mitchell Weiser und Duda und flankte parallel zum Fünf-Meter-Raum. In der Mitte verschätzte sich BVB-Kapitän Sokratis, am zweiten Pfosten vollendete Davie Selke gegen die Laufrichtung von Torwart Bürki, 1:0 (46.) .

Duda mit fatalem Fehlpass

Nun drängte Dortmund wütend auf den Ausgleich. Und Herthas Torwart wurde warm geschossen. Kraft klärte einen Pulisic-Schuss zur Ecke (53.), faustete einen Ball gegen Schürrle weg (57.). Dann kamen die Unglücksminuten von Duda: Der Slowake bugsierte einen Schuss von Kalou, der wahrscheinlich ins Dortmunder Tor gegangen wäre, über die Line – doch Duda stand im Abseits, kein Tor (63.). In Minute 71 arbeitete Duda, wie vom Trainer gefordert, nach hinten, eroberte am eigenen Strafraum einen Ball. Den Pass spielte er jedoch sofort dem Dortmunder Sancho in den Fuß, dessen Flanke köpfte Kagawa ein, 1:1.

Dortmund hielt den Druck weiter hoch. Sancho löffelte einen Ball am Hertha-Tor vorbei (82.), Kraft wehrte einen 17-m-Schuss von Kagawa zur Ecke ab. Der eingewechselte Alexander Isak traf den Pfosten des Hertha-Tores (86.). Am Ende war es ein glücklicher Punkt, den Hertha in Berlin behielt. Mit nun 25 Punkten liegt der Hauptstadt-Klub beruhigend weit von der Abstiegszone entfernt. Der erhoffte Anschluss ans obere Tabellen-Drittel lässt jedoch weiter auf sich warten. „Vor dem Spiel hätten wir den Punkt mitgenommen, so ist es ärgerlich. Ondrej muss den Ball einfach ins Tor rollen lassen. Für uns war mehr drin“, sagte der enttäuschte Lazaro. Am kommenden Wochenende tritt Hertha bei Werder Bremen an.

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