Bundesligist

Hertha hält am eigenen Stadion fest

Umbau oder Neubau? Verein und Senat wollen in Kürze über Planungen informieren

Hertha-Spieler vor Fans im Olympiastadion

Hertha-Spieler vor Fans im Olympiastadion

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga tritt Hertha BSC am Sonnabend in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena an, doch in der Heimat dreht sich in diesen Tagen alles um die eigene Arena – ohne große Erkenntnisschübe allerdings. Nachdem Innensenator Andreas Geisel (SPD) bereits am Donnerstag im Abgeordnetenhaus verkündet hatte, dass es keinen neuen Stand zu Um- oder Neubau des Olympiastadions gebe, musste er die nachfragende Opposition am Freitag im Sportauschuss ebenfalls vertrösten. Informationen seien erst in Wochen, womöglich sogar Monaten zu erwarten. Denn bei dem Thema gehe "Seriosität vor Schnelligkeit".

Tatsächlich wird es wohl doch schneller gehen. Nach einem Treffen der Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft des Olympiastadions beschäftigt, werden Hertha BSC und der Senat nach Morgenpost-Informationen noch in diesem Monat einen Zwischenstand vermelden. Dann sind auch erste Ergebnisse der beauftragten Architekturbüros, die sich seit Monaten mit den Szenarien Um- und Neubau beschäftigen, zu erwarten.

Im Raum steht: ein Umbau des Stadions, so, dass die Fans näher am Spielfeldrand sind. Dafür wurden drei Szenarien ausgearbeitet, sie sehen unter anderem eine Absenkung des Spielfelds, einen Rückbau der Tartanbahn oder eine zusätzliche Glasüberdachung vor. Auch wenn der Senat offiziell keine Präferenzen hat, wäre ein Umbau für ihn das kleinere Übel, da der wichtige Hauptmieter Hertha BSC erhalten bliebe und weiter Geld in die Landeskasse spülen würde. Am liebsten wäre dem Senat aber, es bliebe alles wie es ist.

Eigene Einnahmen generieren statt Miete zahlen

Doch der Bundesligist hält weiter am eigenen Stadion fest. "Diesen Gedanken werden wir sicherlich nicht verwerfen, sondern nachhaltig verfolgen", sagte Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz. Fünf Punkte pro Saison, mindestens aber einen Sieg mehr würde eine Arena mit steilen Rängen und besserer Atmosphäre pro Saison bringen, sind sie im Verein überzeugt. Viel wichtiger noch: Mit einer eigenen Arena müsste man keine Stadionmiete abtreten, sondern könnte im Gegenteil eigene Einnahmen generieren, etwa über die Vermarktung der Namensrechte.

Doch für den favorisierten Standort im Olympiapark – Ludwigsfelde in Brandenburg ist vom Tisch – braucht es den Senat, den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und auch das Landesdenkmalamt. Vor allem in Sachen Denkmalschutz und Lärm sind noch einige Fragen offen, zu beidem werden immer wieder Bedenken laut. Offen ist auch die Frage der Finanzierung, sicher ist nur, dass keine Steuergelder fließen sollen. Dass es bei der Planung bald konkreter werden soll, dürfte Hertha BSC zupasskommen. Will man wie erhofft ab 2025 in der eigenen Arena auflaufen, muss bis Mitte des Jahres eine Entscheidung getroffen sein.

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