WM-Qualifikation

Herthas Kalou hat ein echtes Endspiel

Für das WM-Ticket braucht Herthas Salomon Kalou mit der Elfenbeinküste zwingend einen Sieg gegen Marokko. Auch Kollege Leckie hofft.

Herthas Salomon Kalou nahm mit der Elfenbeinküste bereits an den WM-Endrunden 2010 und 2014 teil

Herthas Salomon Kalou nahm mit der Elfenbeinküste bereits an den WM-Endrunden 2010 und 2014 teil

Foto: Pressefoto ULMER/Claus Cremer / picture alliance / Pressefoto UL

Berlin.  Salomon Kalou ging mit sich und seinem Team hart ins Gericht. „Die Wahrheit ist, dass wir mit dem Punkt gut bedient waren“, sagte er mit Blick auf der jüngste 0:0 der Elfenbeinküste beim Gruppenletzten Mali, „der Gegner war besser.“ Klare Worte des Hertha-Profis, der inzwischen 101 Länderspiele absolviert hat und sein Land mit 32 Jahren noch mal zu einer Weltmeisterschaft schießen will. Die Endrunden-Teilnahme in Russland 2018 wäre der perfekte Schlusspunkt seiner Länderspielkarriere.

Marokkos Coach trainierte früher Kalou und Co.

Als Tabellenzweite ihrer Qualifikationsgruppe stehen Kalou und Co. am heutigen Sonnabend (18.30 Uhr) vor einem echten Endspiel. Am letzten Spieltag braucht es gegen Spitzenreiter Marokko zwingend einen Sieg, um das WM-Ticket zu lösen. Kein einfaches Unterfangen. Den Nordafrikanern ist das Kunststück gelungen, in ihren fünf Qualifikationsspielen ohne Gegentor zu bleiben. Der Druck ist dementsprechend gewaltig, und vor allem die beiden Trainer rücken in den Fokus.

In der Elfenbeinküste heißt der Coach seit Juni Marc Wilmots. Viel hat der frühere Bundesliga-Profi bislang nicht vorzuweisen. Die ernüchternde Bilanz des Belgiers: fünf Spiele, drei Niederlagen, ein Unentschieden, nur ein Sieg. Kein Vergleich zu seinem Gegenüber, der pikanterweise sein Vor-Vorgänger ist. Hervé Renard führte die Elfenbeinküste 2015 zum größten Erfolg der Verbandsgeschichte, dem Gewinn des Afrika-Cups. Der Franzose ist mit den Stärken und Schwächen seines ehemaligen Teams bestens vertraut. Sicher kein Nachteil.

Leckie reist zum Entscheidungsspiel

Berufs-Optimist Kalou lässt sich davon nicht beirren. „Wir haben ein Heimspiel“, betont er, „und ein 1:0 reicht. Wir müssen ruhig bleiben. Es ist alles möglich für uns.“

Hertha-Kollege Mathew Leckie (26) hofft mit Australien ebenfalls noch auf die WM-Teilnahme. Zum ersten Play-off in Honduras, das in der vergangenen Nacht (nach Redaktionsschluss) stattfand, war er jedoch nicht mitgereist – der zuletzt angeschlagene Flügelspieler musste eine Gelb-Sperre absitzen. Im entscheidenden Rückspiel in Sidney will Leckie am Mittwoch (10 Uhr) jedoch dabei sein. In den jüngsten drei Qualifikationsspielen war der Berliner an drei Toren beteiligt.