Vertragsverlängerung

Hertha-Keeper Thomas Kraft bleibt Berliner

Die Nummer zwei bleibt: Ersatz-Torhüter Thomas Kraft hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim Berliner Bundesligisten verlängert

Thomas Kraft hat seit 2011 142 Pflichtspiele für Hertha BSC absolviert

Thomas Kraft hat seit 2011 142 Pflichtspiele für Hertha BSC absolviert

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin. Von seinem legendären Ehrgeiz hat Thomas Kraft kein bisschen eingebüßt, auch wenn er seit anderthalb Jahren nur noch die Nummer zwei von Hertha BSC ist. Einen Beweis lieferte der Ersatz-Torhüter des Berliner Bundesligisten im Training am Mittwoch, als er sich mit keinem Geringeren als Kapitän Vedad Ibisevic anlegte. Der knackige Wortwechsel ließ sich guten Gewissens in die Kategorie „Tacheles“ einsortieren, war aber alsbald wieder vergessen. Nicht weiter schlimm – kann nun mal passieren, wenn zwei Siegertypen aufeinandertreffen. Und beide, Kraft und Ibisevic, wollen eben noch viel erreichen mit Hertha, allem voran die Europa League.

Am Nachmittag bekannte sich Kraft (28) ganz offiziell zum Klub und den gemeinsamen Zielen. „Thomas Kraft bleibt Herthaner“, twitterte Michael Preetz. Der Torwart sei ein Musterprofi, der „in jedem Training 100 Prozent“ gebe, und zwar „immer im Dienst der Mannschaft“, ließ sich der Manager auf Herthas Internetseite zitieren. Vorbildliche Floskeln für einen vorbildlichen Torhüter, der sich mit seiner Position hinter Rune Jarstein (32) arrangiert zu haben scheint. Sein Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen.

Krafts Ambitionen, Stichwort Ehrgeiz, stehen in krassem Kontrast zu seinen sportlichen Aussichten. Warum er trotz wenig Spielzeit bleibt? „Ich bin seit fast sechs Jahren hier und fühle mich im Verein und in der Stadt einfach wohl“, sagt er in einer Pressemitteilung. Selbst mit Journalisten zu sprechen, hat sich Kraft vor geraumer Zeit abgewöhnt. So wie sich Hertha neuerdings abgewöhnt hat, die Vertragslaufzeiten zu kommunizieren. Dem Vernehmen nach handelt es sich um einen Zwei-Jahres-Kontrakt.

Nach seiner Schulterverletzung im September 2015 war Kraft, bis dahin unumstrittener Stammkeeper, von Jarstein verdrängt worden. In dieser Saison absolvierte er nur ein Pflichtspiel – das fatale 1:3 in der Europa-League-Qualifikation bei Bröndby IF. Sollte Hertha 2017 den Sprung nach Europa schaffen, könnte Kraft aber erneut international spielen. Torwart-Trainer Zsolt Petry hat schon häufiger angedeutet, dass er sich eine Arbeitsteilung zwischen Jarstein (Liga) und Kraft (Pokal-Wettbewerbe) vorstellen kann. Ein Modell, das Klubs wie der FC Barcelona oder Borussia Dortmund bereits erfolgreich praktiziert haben. Und ein Weg, Krafts Ehrgeiz weiter am Leben zu halten.