Bundesliga

Chinesischer Finanzriese Fosun prüft Hertha-Deal

Herthas Finanzchef Schiller verhandelte bereits in der Firmenzentrale in Hongkong. Fosun besitzt die Wolverhampton Wanderers

Faszination Bundesliga: Die hat sich bis nach China herumgesprochen. Hier feiert die Mannschaft von Hertha BSC mit den Fans am 11. März den Heimsieg gegen Borussia Dortmund

Faszination Bundesliga: Die hat sich bis nach China herumgesprochen. Hier feiert die Mannschaft von Hertha BSC mit den Fans am 11. März den Heimsieg gegen Borussia Dortmund

Foto: Annegret Hilse / dpa

Fosun ist der größte private Finanzinvestor in China und prüft offenbar den Einstieg bei Hertha BSC. Finanzchef Ingo Schiller bestätigte der Morgenpost, dass es mehrere Treffen mit Fosun hatten. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet in seiner April-Ausgabe, dass Fosun neben Hertha auch mit anderen mittelgroßen Bundesligisten gesprochen hat (Werder Bremen, Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach).

Hertha, aktuell Fünfter der Bundesliga, sucht schon länger einen Geldgeber, um die sportliche Entwicklung voranzutreiben. Finanzchef Schiller war daher im vergangenen November in der Fosun-Zentrale in Hongkong.

Hertha kann noch 66,6 % Aktienanteile verkaufen

Der Investor aus China hatte im Sommer 2016 für 51,8 Millionen Euro bereits den englischen Zweitligisten Wolverhampton Wanderers erworben. Teil des Fußball-Engagements von Fosun ist laut "Capital" eine Kooperation mit der Firma "Gestifute" aus Portugal, die der umstrittene Spielerberater Jorge Mendes (Cristiano Ronaldo, James Rodriguez, Jose Mourinho) in Porto gegründet hat.

Hertha hat 2014 knapp zehn Prozent seiner Aktienanteile an den Finanzinvestor KKR (New York) für 18 Mio. Euro veräußert (inkl. einer Option, den Anteil bis 33,3 Prozent aufzustocken). Somit kann Hertha noch 66,6 Prozent der Anteile verkaufen. Ende 2013 hatte eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft das Unternehmen Hertha BSC mit 220 Millionen Euro bewertet. Dieser Wert dürfte sich inzwischen deutlich verbessert haben.

Schiller reist erneut nach China

Trotzdem ist es so, dass das Finanzkonglomerat aus Hongkong nur einer von diversen Ansprechpartner ist. Schiller bricht noch im März erneut nach China und in die USA auf – Stichwort Investorensuche. Gespräche mit ­Fosun sind diesmal nicht vorgesehen.

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