Hamburg

Lasoggas Abstieg vom Retter zum Tribünenhocker

Der HSV-Stürmer hat in dieser Saison noch kein Tor erzielt

Hamburg. Auf die Zusatzeinnahme wird Hertha BSC noch lange warten müssen – wenn sie überhaupt einmal fällig wird. Beim Verkauf von Pierre-Michel Lasogga im Sommer 2014 hatte Hertha-Manager Michael Preetz neben einer Ablöse von 8,5 Millionen Euro ausgehandelt, dass ein Nachschlag fällig wird, sobald Lasogga sein drittes A-Länderspiel bestreitet. Doch derzeit liegt die Nationalmannschaft in weiter Ferne für Lasogga. Unter Trainer Markus Gisdol hat der Stürmer seinen Stammplatz verloren. In den letzten beiden Spielen des HSV beim FC Bayern (0:8) sowie im Pokal-Viertelfinale gegen Mönchengladbach (1:2) saß Lasogga nur auf der Tribüne. Die offizielle Begründung Gisdols lautet: "Pierre kommt aus einer schweren Muskelverletzung. Es ist normal, dass es dauert, bis er wieder in Schwung ist."

Die inoffizielle Lesart: Lasogga (25) ist in Hamburg derzeit Stürmer Nummer vier. Bobby Wood ist gesetzt. Dann folgt in der internen Hierarchie Michael Gregoritsch. Und sogar Youngster Luca Waldschmidt (20) rangiert vor Lasogga. Beim letzten HSV-Heimspiel (2:2 gegen Freiburg) bot der Trainer gar den offensiven Mittelfeldspieler Aaron Hunt im Sturm auf, Lasogga schmorte 90 ­Minuten auf der Bank.

Gisdol beabsichtigt, dass Lasogga diese Maßnahmen als Hinweis versteht, dass er trotz eines hochdotierten Vertrages in Hamburg bis Juni 2019 (die Rede ist von 17 Mio. Euro, die Lasogga insgesamt verdienen soll) sich bereits in ­diesem Sommer nach einem neuen Arbeitgeber umsehen darf.

Dabei war es am Anfang große Liebe. Lasogga war die Überlebensversicherung, die den HSV 2014 mit seinem Tor in der Relegation gegen Greuther Fürth (0:0, 1:1) in der Bundesliga hielt. Bundestrainer Joachim Löw lud den Torjäger im März 2014 zur Nationalelf ein. Dort verletzte sich Lasogga im Training – und kam seither nie mehr in Länderspiel-Form. Seit Monaten wirkt er schwerfällig und verunsichert. Lasoggas Bilanz in dieser Saison: kein Tor, keine Vorlage.

Hertha-Manager Michael Preetz ist einer der letzten Lasogga-Anhänger: "Pierre ist ein guter Junge, ich mag ihn. Er ist auch ein guter Spieler. Und ich freue mich, Pierre am Sonntag zu sehen." Die gute Nachricht für Lasogga: Konkurrent Waldschmidt spielt für die U23 des HSV in der Regionalliga. Damit wird Lasogga gegen seinen Ex-Klub ­Hertha in den 18er-Kader rücken.

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