Hertha BSC

Mittelstädt: Weiterbildung in England

Warum Hertha BSC den formstarken Profi Maximilian Mittelstädt zum hochkarätigen Nachwuchsturnier auf die Insel schickt

Will hoch hinaus: Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC

Will hoch hinaus: Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / picture alliance / augenklick/fi

Berlin.  Vom Flughafen Tegel ging es nach London-Heathrow, von dort aus weiter nach Swansea. Der Nachwuchs von Hertha BSC hat sich als erster deutscher Teilnehmer für die K.o.-Runde im Premier League International Cup qualifiziert. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Ante Covic im Viertelfinale an diesem Dienstag auf die U23 von Swansea City (20 Uhr). Der Sieger der Partie bekommt es im Halbfinale mit dem AFC Sunderland zu tun. Mittendrin in der Gruppe der U19 und U23-Youngster aus Berlin ist Maximilian Mittelstädt (19).

Der Junioren-Nationalspieler hatte am Sonnabend bei den Profis mit einer spektakulären Vorlage auf sich aufmerksam gemacht, Vladimir Darida verwertete den Ball per wuchtigem Kopfball, der den 2:0-Endstand für Hertha in der Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt bedeutete.

Im Viertelfinale gegen Swansea City

Mittelstädt macht es Trainer Pal Dardai schwer. „Wenn er spielt, bringt er Leistung. Maxi macht das richtig gut“, sagt Dardai. Beginnend mit dem Trainingslager im Januar auf Mallorca hat Mittelstädt einen weiteren Schritt näher ran an die Startelf gemacht. Fünf Bundesliga- und ein DFB-Pokalspiel hat Mittelstädt seit vergangenem Oktober für die Profis absolviert. Dennoch verweist Trainer Dardai darauf, dass Mittelstädt mit Linksverteidiger Marvin Plattenhardt sowie Torjäger Salomon Kalou zwei Stammkräfte auf seiner linken Seite vor sich habe. Dardai: „Deshalb ist Maxi jetzt auch mit nach England ­geflogen.“

Weiterbildung auf der Insel statt Training auf dem Schenckendorffplatz. Hertha hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. „Die Jungen brauchen Spielpraxis“, sagt Dardai. „Es kann nicht sein wie bei Hany Mukhtar, der in einer Halbserie auf vielleicht 90 Einsatzminuten gekommen ist.“ Wegen der fehlenden Perspektive hatte sich Mukhtar im Januar 2015 in Richtung Benfica Lissabon verabschiedet, aktuell ist er an Bröndby Kopenhagen ausgeliehen. Regelmäßige Matchpraxis, ein Spielrhythmus ist wichtig, gerade für Youngster, die den Sprung in den Männerfußball schaffen wollen. Deshalb verstärkt Mittelstädt die U23 von Hertha.

Auch Körber und Torunarigha sind dabei

Der Premier League International Cup ist ein Prestigewettbewerb in England, der seit 2014 hochkarätig ausgetragen wird. Die Idee: Die Besten aus ganz Europa tummeln sich dort. Im Viertelfinale hat der FC Porto Manchester United (2:0) aus dem Turnier gekegelt. Hertha hat seine Vorrunden-Gruppe gewonnen (2:2 gegen Athletic Bilbao, 3:1 gegen den FC Everton, 2:0 gegen FC Reading). Bei den Berlinern sind Trainer und Manager große Freunde des Wettbewerbs, bei dem 24 Mannschaften aus acht Nationen am Start waren. Aus Deutschland war neben Hertha auch der VfL Wolfsburg im Einsatz. „Die Handlungsschnelligkeit von spanischen und portugiesischen Vereinen ist eine andere, als das, was wir aus Deutschland kennen“, sagt Dardai. „Und gegen englische Mannschaften geht es wieder ganz anders zur Sache.“

18 Spieler hat U23-Trainer Covic in Swansea dabei. Mit Torwart Nils Körber und Jordan Torunarigha sowie Mittelstädt sind drei Akteure im Kader, die regelmäßig bei den Profis ­trainieren. Aus Herthas hoffnungsvollem 1999er-Jahrgang sind Julius Kade ­sowie Trainer-Sohn Palko Dardai (beide 17) dabei. Mittelstädt lebt sehr familien­betont. Er wohnt bei den Eltern in Falkensee. Seine Oma Angelika drückt bei den Heimspielen ihrem Enkel im Olympiastadion die Daumen. Aber natürlich sieht Mittelstädt die Chancen der Internationalisierung. Im „Kicker“ sagt er: „Du lernst Nachwuchs aus anderen Ländern kennen, die eine andere Spielkultur ­haben. Das ist eine tolle Bühne für uns junge Spieler und ein ­absolutes ­Highlight.“

Ex-Torwart Tremmel warnt vor Hertha

Manager Michael Preetz verweist auf die Chancen für die Berliner: „So ein Turnier ­bietet auch die Möglichkeit, dass wir unsere internationalen Kontakte ­ausbauen können.“

Gerhard Tremmel, Ex-Torwart von Hertha (2004-06) und seit 2011 bei Swansea City unter Vertrag, warnt die Hausherren: „Hertha ist im Norden von Deutschland für seine gute Ausbildung berühmt. Deutsche Teams spielen sehr taktikorientiert. Das wird eine große Herausforderung für unsere Jungs.“