Krimi beim BVB

DFB-Pokal: Hertha scheitert im Elfmeterschießen an Dortmund

Salomon Kalou setzt den letzten Elfmeter übers Tor. In einem Krimi verlangt Hertha dem BVB alles ab und verliert nach Elfmeterschießen.

Herthas Maximilian Mittelstädt kann Dortmunds Pulisic nur mit unfairen Mitteln stoppen

Herthas Maximilian Mittelstädt kann Dortmunds Pulisic nur mit unfairen Mitteln stoppen

Foto: Bernd Thissen / dpa

Ausgerechnet die große Stärke von Hertha erwies sich als Schwäche: Die Berliner unterlagen im Achtelfinale des DB-Pokals Borussia Dortmund im Elfmeterschießen mit 2:3. Nach 120 Minuten eines intensiven, packenden Spiels hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden. Kalou hatte Hertha in Führung gebracht (27.), Marco Reus hatte für Dortmund ausgeglichen (47.). Doch als es vom Punkt um die Entscheidung ging, verließ Hertha das Glück. Elf Strafstöße in Folge hatten die Berliner getroffen. Doch diesmal scheiterten Fabian Lustenberger (Latte), Vladimir Darida (BVB-Torwart Roman Bürki pariert) sowie Salomon Kalou, der übers Tor schoß.

So unterlag Hertha trotz beherzten Spiels Borussia Dortmund. Der BVB kassiert für den Einzug ins Viertelfinale 1,26 Millionen Euro.

Hertha-Trainer Dardai sagte: „Das war ein sehr tolles Spiel. Eigentlich war es ein verdientes Unentschieden. Ich kann beiden Mannschaften nur ein Kompliement machen.“

Die skandalösen Vorgänge des vergangenen Wochenendes, als BVB-Chaoten Leipziger Fans angegriffen sowie menschenverachtende Plakate gezeigt hatten, waren vor dem Anpfiff Thema. Kapitän Marcel Schmelzer sprach via Videoleinwand zu den Fans: „Wir entschuldigen uns als Mannschaft.“ Er appellierte an einen gewaltfreien ­Umgang miteinander.

Hertha mit hochkarätigen Chancen

Hertha startete mit zwei frischen Kräften im defensiven Mittelfeld: Niklas Stark und Per Skjelbred kamen. Überraschend war, dass erneut Youngster Maximilian Mittelstädt links in der Vierer-Abwehrkette verteidigte. Stammkraft Marvin Plattenhardt hat nach seiner Erkältung die Reise in den Westen zwar mitgemacht, stand gegen Dortmund aber nicht im 18er-Kader.

Bei Borussia Dortmund bot Thomas Tuchel nach 20 Monaten Amtszeit zum ersten Mal die gleiche Formation wie beim letzten Spiel auf. Die Hausherren begannen feldüberlegen. Die erste Großchance hatte jedoch Hertha. Vedad Ibisevic luchste dem letzten Dortmunder Feldspieler, Sokratis, den Ball ab – und lief allein aufs BVB-Tor zu. In den Schuss des Hertha-Kapitäns hinein rutschte Sokratis und lenkte den Ball ab. Ibisevic beschwerte sich lautstark bei Schiedsrichter Deniz Aytekin – doch der wollte von einem Elfmeter nichts wissen, Eckball (10.). Die beiden nächsten Gelegenheiten waren ähnlich hochkarätig, fanden aber auf der anderen Seite statt. Nach einer Hackenvorlage von Ousmane Dembele lief Aubameyang allein auf Rune Jarstein zu, doch beim Versuch, den Ball um den Hertha-Torwart herumzuspielen, geriet der Borussen-Stürmer aus dem Gleichgewicht und schob den Ball nebens Tor (14.). 120 Sekunden später tauchte Aubameyang im Hertha-Strafraum auf – mit einer Glanzparade lenkte Jarstein den Ball um den Pfosten (16.).

Anders als in den letzten Liga-Spielen erarbeitete sich Hertha hochkarätige Chancen. Als BVB-Torwart Roman Bürki einen Kopfball von John Brooks nur nach vorn abwehren konnte, köpfte Ibisevic aus zwei Metern übers Tor (26.). Zeit, um sich zu ärgern, blieb nicht. Im nächsten Angriff hatte Niklas Stark viel Zeit zum Schauen. Salomon Kalou lief sich frei und nahm die Flanke direkt aus acht Metern, 1:0 für Hertha (27.).

Jarstein: "Wir waren so nahe dran"

Nach der Pause gerieten die Gäste unter Druck. Dembele traf aus 16 Meter den Pfosten des Berliner Tores, der Abpraller landete bei Christian Pulisic. Der legte den Ball auf Reus, der zum 1:1 traf (47.).

Beim nächsten BVB-Angriff lag der Ball im Hertha-Netz, doch Schiedsrichter Aytekin hatte genau hingeschaut. Torwart Jarstein hatte am Boden liegend, einen Aubameyang-Schuss abgewehrt und legt die Hand auf den Richtung Linie hoppelnden Ball. Der BVB-Stürmer schob den Ball ins Tor, doch der Unparteiische entschied auf Torwart-Behinderung, Freistoß Hertha (57.).

Die intensive geführte Partie hatten ihren Preis: Bei Hertha kassierte mit ­Mittelstädt, Brooks, Mittelstädt, Skjelbred, Stark und Darida so gut wie alle Defensivspieler Gelbe Karten. Dennoch bot Hertha auch in der Verlängerung eine couragierte Leistung. Herthas Bester, Torwart Jarstein, sagte: „Wir waren so nahe dran, wir haben sehr gut gekämpft. Leider habe ich nur einen Elfer gehalten.“