Rumpfmannschaft

Viruswelle bei Hertha - Trainingsauftakt ohne zehn Spieler

Pal Dardai hatte am Dienstag nur einen Hertha-Torso zur Verfügung. Gründe: Viren, Verpflichtungen bei der Nationalelf und der Abgang von Hegeler.

Vladimir Darida, Per Skjelbred, Valentin Stocker und Sami Allagui (von links) während des Trainingsauftakts

Vladimir Darida, Per Skjelbred, Valentin Stocker und Sami Allagui (von links) während des Trainingsauftakts

Foto: dpa Picture-Alliance / City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Als der „achte und der neunte Name reinkam, wurde mir schon etwas anders“, erzählte Pal Dardai. Da habe er sich gedacht: Wie soll das werden mit dem Trainingsstart bei Hertha? Am Ende fehlten zwölf Profis, als der Trainer den Berliner Bundesligisten auf dem Schenckendorff-Platz zur Arbeit bat. Streng gerechnet waren es acht. Weil Sebastian Langkamp und John Brooks separat mit Konditionstrainer Henrik Kuchno arbeiteten. Kurzfristig hatten sich Mitchell Weiser, Julian Schieber und Florian Baak wegen eines Virus abgemeldet.

Baumjohann meldet sich mit Magen-Darm-Problemen ab

Alexander Baumjohann war wegen Magen-Darm-Problemen unpässlich. Nach dem Training war Dardai im kalten Januar-Regen wieder zu Scherzen aufgelegt: „Wir haben den Spielern das Sieger-Virus geimpft. Da scheint ­jeder anders drauf zu reagieren.“ Was der Trainer meint: Nach dem überraschend guten Abschneiden bis Weihnachten mit 30 Punkten und Platz drei in der Liga hat der Trainer von seiner Mannschaft für die ausstehenden 18 Saisonpartien bis Mai weitere 30 Punkte eingefordert. Ein ­anspruchs­volles Ziel – zumal die ­Hertha-Jahrgänge der vergangenen fünf Bundesliga-Jahre alle mit schlechten Rückrunden-Resultaten aufgefallen waren.

„Wir haben gelernt, vor allem aus dem letzten Jahr“, begründet Manager Michael Preetz die veränderte Marschroute. Es soll sich nicht wiederholen, dass der Hauptstadt-Klub eine Ausgangsposition, die über weite Strecken der Saison auf einen Champions-League-Start hoffen lässt, am Ende mit dem Verpassen aller internationalen Wettbewerbe endet. So geschehen im August 2016, als Hertha noch die Qualifikation für die Europa League verspielt hatte (1:0, 1:3 gegen Bröndby IF).

Ein Kennzeichen von Herthas Mission 30 Punkte: Ausreden werden nicht zugelassen. Schon gar nicht zum Arbeitsbeginn Anfang Januar, nur weil bei Wind und Regen einige Arbeitnehmer fehlen. So waren neben den ­genannten sechs Profis auch die verletzten Ondrej Duda, Florian Kohls und Arne Maier nicht dabei. International im Einsatz sind Torjäger Salomon Kalou, der sich mit der Elfenbeinküste auf den Afrika-Cup vorbereitet, sowie Youngster Allan (19), der mit Brasiliens U20 ein Turnier in Ekuador spielt.

Nicht dabei war Jens Hegeler. Der Mittelfeldspieler ist ein Puzzlestein, mit dem der englische Zweit­ligist Bristol City seine Misere stoppen will. Nach zuletzt sechs Niederlagen in Folge sagte Bristols Trainer Lee Johnson: „Wir brauchen jetzt rasch gute Spieler mit Erfahrung. Wir werden früh in dieser Transferperiode tätig werden. Ich kann nichts versprechen, aber eine ­Angelegenheit ist weit gediehen.“ Dabei handelt es sich um die Verpflichtung von Hegeler. Der Morgenpost wurde von Hertha bestätigt, dass die beiden Vereine sich einig sind. Der 28-Jährige unterschreibt beim Tabellen-18. der Championship einen Vertrag bis 2019. Als Ablöse erhalten die Berliner 300.000 Euro und sparen zudem das Gehalt von Hegeler von Januar bis Juni; so lange wäre sein Vertrag bei Hertha noch gelaufen.

Vorbereitung wird anders als im Sommer laufen

Auf dem Schenckendorff-Platz erklärte Trainer Dardai, dass nach der relativ kurzen Weihnachtspause die Vorbereitung anders als im Sommer laufen wird. Da hatte er allen Spielern seines Kaders die gleichen Spielanteile gegeben, um sich zu zeigen. Beim Trainingslager auf Mallorca (7. bis 14. Januar) „werde ich zwei Mannschaften bilden. Die meisten werden bei den Testspielen durchspielen, es wird nur drei oder vier Auswechslungen geben.“

Kurzfristig hat Hertha nach den Partien gegen RCD Mallorca (11. Januar) und UD Poblense (12.) einen dritten Test verabredet. Am 13. Januar spielt der Bundesligist gegen Nord-Regionalligist Lüneburger SK. Trainer Dardai: „Das wird die Generalprobe für das Bundesliga-Spiel in Leverkusen.“ Ein kleines Eingeständnis an die Umstände machte Dardai bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf dem Schenckendorff-Platz doch: „Wir ­haben fünf Minuten früher Schluss ­gemacht. Dem Trainer-Team war kalt.“l Sebastian Langkamp und John Brooks separat mit Konditionstrainer Henrik Kuchno arbeiteten. Kurzfristig hatten sich Mitchell Weiser, Julian Schieber und Florian Baak wegen eines Virus abgemeldet.