Nach dem Anschlag

Hertha legt Kranz am Breitscheidplatz nieder

Vor dem Heimspiel gegen Darmstadt kondolieren die Berliner. Trainer Pal Dardai und die Mannschaft drücken ihre Anteilnahme aus.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Auch an Berlins größtem Fußball-Klub geht die Trauer um die Opfer des Anschlages vom Montagabend nicht vorbei. Hertha BSC hat am Mittwochvormittag kondoliert und am Breitscheidplatz einen Kranz mit der Aufschrift "In stiller Trauer" niedergelegt. „Es war der Mannschaft, dem Trainerteam und uns als Verein sehr wichtig, unsere Anteilnahme auszudrücken“, sagte Herthas Pressesprecher Marcus Jung der Morgenpost.

Das Hotel, in dem die Hertha vor Heimspielen üblicherweise Tageszimmer bezieht, liegt in unmittelbarer Nähe des Anschlagsorts.

Die Chronik des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt

Nach einer kurzen Trainingseinheit um 10 Uhr, mit der sich die Berliner auf ihr Bundesliga-Heimspiel gegen den SV Darmstadt um 20 Uhr vorbereitet haben, fuhren die Profis gemeinsam mit Trainer Pal Dardai und Manager Michael Preetz zur Gedächtniskirche und hielten einen Moment inne. Dort war am Montag ein LKW in den Weihnachtsmarkt gerast, hatte zwölf Menschen getötet und 50 verletzt.

„Das, was am Breitscheidplatz passiert ist, ist für uns alle ein Schock gewesen. Auch für mich persönlich, weil ich in der Nähe wohne – ein Tag vorher waren meine Frau und meine Mutter dort unterwegs. Es ist sehr traurig, was dort passiert ist“, sagte Stürmer Vedad Ibisevic in einem Interview auf der Hertha-Homepage.

Vor dem Anpfiff gegen Darmstadt wird es im Olympiastadion eine Schweigeminute für die Opfer geben. Die Spieler werden zudem mit Trauerflor auflaufen. Im Stadion wird es verstärkte Sicherheitsmaßnahmen geben. „Es wird für jeden Zuschauer sichtbar sein, dass Hertha BSC seine Anteilnahme zum Ausdruck bringt“, hatte Preetz am Dienstag erklärt.

Der Verein reagierte mit einer umfangreichen Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen für das Heimspiel auf den Anschlag am Montagabend. Eine Absage der Partie aber war kein Thema. „Dass unser Spiel stattfindet, ist das richtige Zeichen. Das Leben muss weitergehen – das ist Fakt. Wir dürfen uns keine Angst machen lassen!“, sagte Ibisevic.

Die Polizei machte am Mittwoch keine Angaben über die Zahl ihrer Einsatzkräfte für diese Bundesliga-Begegnung. Wegen verschärfter Einlasskontrollen wurden die Besucher des Heimspiels aufgerufen, deutlich früher als sonst zum Olympiastadion zu kommen. Die Fans sollen zudem ohne große Taschen oder Rucksäcke anreisen.