Verletzungspech

Hertha gehen die Innenverteidiger aus

Sebastian Langkamp fällt bis Jahresende aus. Auch John Brooks fehlt gegen Leipzig. Die vielen Muskelverletzungen machen Hertha Sorgen

Nächste Verletzung: Abwehrchef Sebastian Langkamp (r.) zog sich gegen Bremen eine Oberschenkelzerrung zu. Das stellt Herthas Trainer Pal Dardai (l.) vor ein Problem

Nächste Verletzung: Abwehrchef Sebastian Langkamp (r.) zog sich gegen Bremen eine Oberschenkelzerrung zu. Das stellt Herthas Trainer Pal Dardai (l.) vor ein Problem

Foto: Ottmar Winter

Berlin.  Die schlechte Nachricht erreichte Trainer Pal Dardai am Nach­mittag des dritten Advent: Für ­Sebastian Langkamp ist das Jahr gelaufen. Der Abwehrchef von Hertha BSC fällt wegen einer schweren Zerrung im rechten Oberschenkel für die ausstehenden Spiele bei RB Leipzig am Sonnabend und daheim gegen Darmstadt (21.12.) aus. Langkamp hatte sich die ­Blessur bei der 0:1-Heimniederlage gegen Werder Bremen zugezogen.

Blöd für Hertha: Auch John Brooks, Innenverteidiger-Kollege von Langkamp, fällt zumindest für das Prestigeduell in Leipzig aus. „Für John reicht die Zeit nicht“, sagte Trainer Dardai. Auch Brooks laboriert an muskulären Problemen – ebenso wie Jens Hegeler. In der Vorwoche hatte sich Niklas Stark mit muskulären Problemen abgemeldet.

Die Häufung alarmiert die Beteiligten bei den Berlinern. In der vergangenen Saison hatte Dardai mit seinen Athletiktrainern viel Wert darauf gelegt, seine Profis weitgehend ohne Muskelverletzung durch das Jahr zu bringen.

Dardai befragt sein Team nach den Gründen

In dieser Saison jedoch häufen sich genau diese Verletzungen. „Klar fällt uns das auf“, sagte Dardai. „Ich habe die Spieler gefragt, woran es ihrer Meinung nach liegt: Trainieren wir zu viel? Machen wir zu viel Zusatztraining? Oder trainieren wir insgesamt zu wenig?“ Dardai wundert sich vor allem, dass fast alle großen Spieler im Kader betroffen sind.

Aber auch kleine, bewegliche Profis wie Mitchell Weiser oder aktuell Vladimir Darida haben mit Muskelverhärtungen oder Zerrungen zu tun. Darida hatte gegen Bremen bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit Mitte September eigentlich nur eine Stunde spielen sollen.

Nachdem die Hausherren vor 51.337 Zuschauern gegen Werder aber einem 0:1-Rückstand (Max Kruse/ 41. Minute) hinterherliefen, entschied sich Dardai, den laufstarken Tschechen auf dem Platz zu belassen. „Die Analyse mit den Trainern und der medizinischen Abteilung läuft auf vollen Touren. Natürlich wollen wir ­wissen, was los ist“, sagte ­Manager ­Michael Preetz.

Die Youngster Baak und Torunarigha sollen aushelfen

Nach zehn Punkten aus den vorangegangenen vier Spielen war Dardai frustriert: „Wenn man solange ungeschlagen ist, tut so eine Niederlage richtig weh.“ Die müsse man jedoch akzeptieren, weil Werder besser gewesen sei. „Was ich aber kritisch sehe, dass wir schon während des Spiels auf dem Platz die Niederlage akzeptiert haben.“

Grundsätzlich lobte Dardai jedoch seine Mannschaft, die mit 27 Punkten weiter auf Rang drei der Bundesliga liegt: „Die Jungs haben eine guten Job gemacht. Wenn wir aus den nächsten beiden Begegnungen drei, vier oder sechs Punkte holen, haben wir gut gespielt.“

In der Innenverteidigung stehen derzeit nur Fabian Lustenberger und Stark zur Verfügung. Dardai wird daher mit Blick auf die Partie beim Tabellen-Zweiten ­Leipzig in dieser Woche zwei Youngster zu den Profis hochzuziehen: aus der ­A-Jugend Florian Baak (17) und aus der U23 Jordan Torunarigha (19).