Bundesliga

Hertha will jetzt wieder Spaß haben

Mit der Abwehr ist Pal Dardai zufrieden, nun will Herthas Trainer sein Team wieder zu mehr Qualität in der Offensive bewegen.

Die Berliner Sebastian Langkamp (l), Niklas Stark (3.v.l.) und Vedad Ibisevic (r) halten die Augsburger um Gojko Kacar (2.v.l.) und Dominik Kohr (4.v.l.) in Schach

Die Berliner Sebastian Langkamp (l), Niklas Stark (3.v.l.) und Vedad Ibisevic (r) halten die Augsburger um Gojko Kacar (2.v.l.) und Dominik Kohr (4.v.l.) in Schach

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

BERLIN.  Pal Dardai hatte sein typisches Schmunzeln aufgelegt, auch sein Assistent Rainer Widmayer stand mit einem gelassenen Lächeln am Rand des Trainingsplatzes von Hertha BSC. Das 0:0 gegen Augsburg sollte an diesem Sonntagmorgen kein Thema mehr sein. „Über das Spiel haben wir auf der Rückreise genug gesprochen. Jetzt haben wir wieder Spaß“, sagte Dardai.

So einige Gedanken machte Herthas Cheftrainer sich dann aber doch noch, zum Beispiel darüber, ob er seine Spieler in den letzten Trainingseinheiten nicht mehr hätte fordern müssen. „Sonst habe ich sie nach der Länderspielpause immer richtig viel laufen lassen“, sagt er. „Dieses Mal ließ ich sie lieber etwas weniger machen und habe darauf spekuliert, dass sie für den Spieltag so richtig frisch sind. Das war nicht der Fall und ist wohl mein Fehler.“

Dardai glaubt, die fehlende Spritzigkeit seiner Spieler ist auch sein Fehler

An der nötigen Spritzigkeit will der Ungar in dieser Woche mit seinen Spielern arbeiten, um am Sonntag gegen Mainz (17.30 Uhr, Olympiastadion) wieder torgefährlicher agieren zu können. „Wir werden uns viel mit Ballbesitz beschäftigen, zudem finde ich, Vedad Ibisevic könnte öfter in der Tiefe angespielt werden“, analysierte Dardai.

Selbstkritisch und lösungsorientiert, so geht man in Berlin dieser Tage mit einem unbefriedigenden Ergebnis um. Es gibt ja auch keinen Grund zur Hysterie. 21 Punkte haben die Herthaner in der Bundesliga bereits erspielt, 15 weitere sind bis zum Ende der Hinrunde noch möglich. Zudem ist Augsburg gegen Hertha die per se torärmste Paarung in der Fußball Bundesliga: 0:0, 0:0, 1:0, 1:0, 0:1, 0:0 – und jetzt wieder 0:0 lauten die vergangenen sieben Ergebnisse. Rainer Widmayer bewertet die Nullnummer vom Sonnabend daher durchaus positiv: „Wir haben zu Null gespielt, und wir haben aus elf Partien nur zehn Gegentore, das darf man auch nicht vergessen“, sagte der Schwabe.

Rainer Widmayer lobt die stabile Abwehr der Berliner

Fünf Mal ist es Hertha in dieser Saison bereits gelungen, die weiße Weste zu wahren, ein Grund dafür ist die defensive Stabilität der Mannschaft. „Daran arbeiten wir schon lange, das ist ein Prozess“, sagt Niklas Stark, der die Augsburger immer wieder sauber vom Ball getrennt hatte. „Unsere stabile Abwehr ist sicherlich das Positive, was wir aus der Partie mitnehmen.“

Gern hätte der 21-Jährige aber am Ende noch den Siegtreffer erzielt. „Das war ärgerlich, ich komme da nicht so richtig hin“, sagt er. „Das hat sich schon das ganze Spiel abgezeichnet, wir waren zu unkonzentriert.“ Mit einem Sieg hätte Hertha sich auf Tabellenplatz drei vorschieben können, deshalb ist ein wenig Unzufriedenheit durchaus angebracht war auf dem Schenckendorffplatz. Auch Dardai fand seine Spieler „zu lahm und zu wenig aggressiv“, allerdings hat er ebenso Recht, wenn er sagt: „Es spricht für die Mannschaft, dass wir ohne Topleistung einen Punkt mitnehmen. Letztes Jahr hätten wir so ein Spiel bestimmt noch verloren.“

Mitchell Weiser soll ab Mittwoch wieder mittrainieren

Nun geht es darum, wieder mehr Qualität in die Offensive zu bringen. „Wir werden viel mit vertikalen Pässen arbeiten und dem, was danach passiert“, sagt Dardai. „Zwei Wochen haben wir das jetzt nicht geübt, weil alle unterwegs waren.“ Die Rückkehr von Mitchell Weiser wird dem Trainer dabei in die Karten spielen. Der 22-Jährige, der gegen Augsburg wegen muskulärer Probleme passen musste, wird voraussichtlich am Mittwoch wieder ins Mannschafttraining einsteigen.