Bundesliga

Homophobes Plakat in Hertha-Ostkurve sorgt für Ärger

„Lieber eine Mutter als zwei Väter“, stand auf einem Spruchband, das in der Hertha-Kurve hochgehalten wurde.

Hertha gegen Köln : Fans spannen ein Banner

Hertha gegen Köln : Fans spannen ein Banner

Foto: 11Freunde via Twitter

Einige Anhänger von Hertha BSC haben dem Verein einen Bärendienst erwiesen. So erfreulich diese Saison sportlich läuft, so sehr die Verantwortlichen versuchen, die Außendarstellung auf „hip“ zu trimmen – das Spruchband, das während der zweiten Hälfte der Partie gegen Köln (2:1) in der Ostkurve zu lesen war, bestätigt das Negativklischee vom dumpfen Fußballfan. In XXL-Größe war dort zu lesen: „WH96: Lieber eine Mutter als zwei Väter“.

Mit WH96 ist die Wilde Horde 96 gemeint, eine Ultra-Gruppierung des 1. FC Köln. Der Inhalt ist klar homophob und spielt auf das Stereotyp von Köln als Stadt mit vielen Homosexuellen an. Die Vorgeschichte trug sich im Februar zu, als es die „Wilde Horde“ gewagt hatte, sich über sprachliche Holprigkeiten der Hertha-Harlekins lustig zu machen. Sie hatten sich über eigenen Nachwuchs mit der Formulierung gefreut: „Elf glücklichen Vätern und einer glücklichen Mutter.“ Daraufhin hatte die „Wilde Horde“ beim Spiel gegen Hertha ein Plakat hochgehalten: „HB98: Elf glückliche Väter, eine glückliche Mutter.“

Grundsätzlich überrascht dieses Plakat in der Ostkurve aber nicht. Weil bei der quasi-religiösen-Frage, zu der Teile der Hertha-Ultras die Diskussion um das pinke Ausweichtrikot erheben möchten, stets ein homophober Zungenschlag mitschwingt. Auch zu Beginn des Köln-Spiels wurden Spruchbänder in der Ostkurve hochgehalten: „Die DFL fordert pink? Wir fordern Identifikation mit Stadt und Verein.“ Die Reaktion in den sozialen Netzwerken kam prompt: Das Magazin „11Freunde“ kommentierte das Foto mit: „Schade, Hertha, wieder alles verspielt.“

„Lasst doch den Blödsinn sein“

Der Szene-Account „Ultrapeinlich“ schrieb: „Die Fanszene von Hertha BSC hat heute wieder alles gegeben und auf der Suche danach, welche diskriminierenden Klischees denn bei einem Gegner wie dem 1. FC Köln passen, kamen sie auf Homophobie.“ Hertha reagierte auf Twitter: „Lasst doch den Blödsinn sein! Hertha BSC distanziert sich seit jeher von jeglicher Form von Diskriminierung!“

In der Tat setzt sich Hertha seit vielen Jahren für die Rechte von Minderheiten ein. Als Beispiel seien nur die „Hertha-Junxx“ genannt, seit 2001 der schwul-lesbische Hertha-Fanklub.