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Warum Herthas Trikot in Pink nicht den Fan-Geschmack trifft

Beim Gastspiel in Frankfurt gab es ablehnende Sprechchöre statt Hilfe für die eigene Mannschaft. Für den Fan-Ärger gibt es einen Grund.

Pretty in Pink: Mitchell Weiser (r.) im Zweikampf mit Frankfurts Szabolcs Huszti

Pretty in Pink: Mitchell Weiser (r.) im Zweikampf mit Frankfurts Szabolcs Huszti

Foto: Uwe Anspach / dpa

Frankfurt.  Das erste Mal ging der Puls beim Hertha-Anhang schon 75 Minuten vor Anpfiff hoch. Da twitterte der Klub ein Foto aus der Kabine, dass Hertha in den Ausweichtrikots der Farbe Pink spielt. Die neuen Jerseys emotionalisieren die Fans.

Es gab positive Stimmen wie bei Twitter von der Nutzerin „Laura“: „Heute in Pink? Nice.“ Vor allem aber setzte es Kritik. Der Nutzer „EdinDzeko“ twitterte: „Mit so einem Trikot #herthabsc kann man auch nicht gewinnen.“ Der Nutzer „Nuri“ schrieb: „Das Pink ist ja mega sexy. Not“.

Hertha trug dieses Trikot im zweiten Pflichtspiel dieser Saison. Nach der Premiere Mitte August im DFB-Pokalspiel bei Jahn Regensburg (6:5 n.E.) gab es als Antwort ein großes Banner, das seither bei jeder Partie ausgerollt wird.

„Nur echt in Blau-Weiß“

Auch in Frankfurt war es nicht zu übersehen: „Nur echt in Blau-Weiß“. Viele Fans sind verärgert. Sie sehen die pinkfarbenen Trikots als Ausdruck der Neuaufstellung von Hertha mit den Schwerpunkten ­Digitalisierung und Kommerzialisierung.

Das ist jedoch zu einfach gedacht. So hat der Verweis auf die Vereinssatzung oder die Tradition nichts zu tun mit jener DFL-Auflage, die besagt: Alle Klubs sind verpflichtet neben dem Heim- und Auswärtsdress eine dritte Variante ohne Vereinsfarben zu haben.

Auch mit der Digitalisierungs-Kampagne, an der sich Hertha seit Juli versucht, hat Pink nichts zu tun. Weil Entscheidungen über Trikotfarben mit mehr als anderthalb Jahren Vorlauf getroffen werden.

Frauen und Kinder kaufen Trikots

Die Verantwortlichen wissen längst, wie Herthas Trikots in 2017/18 aussehen. Trainer Pal Dardai sagte: „Ich habe mit Pink kein Problem. Jetzt kaufen auch mehr Frauen und ­Kinder unsere Trikots, also alles super.“

Dennoch sollten Herthas Macher um Manager Michael Preetz ­zuhören. Wenn der Berliner Anhang wie in Frankfurt in der umkämpften Schlussphase statt anzufeuern lieber „Nieder mit dem pinken Sch..., unsere Farben sind ­blau-weiß“ skandiert, fehlt es Hertha in Schlüsselmomenten an Unterstützung – aus selbst fabrizierten Gründen.