Fussball

Fünferpack von Vedad Ibisevic beim ersten Hertha-Test

Hertha gewinnt das Benefizspiel gegen den FC Schwedt erwartungsgemäß deutlich mit 10:0. Es gab einen Rückkehrer und eine Entdeckung.

Vedad Ibisevic (r.) traf beim 10:0 gegen den FC Schwedt allein fünfmal

Vedad Ibisevic (r.) traf beim 10:0 gegen den FC Schwedt allein fünfmal

Foto: City-Press / City-Press GbR

Als die Anzeigetafel in den zweistelligen Bereich geschoben werden musste, war sich der Stadionsprecher kurzzeitig nicht sicher, ob das zu bewerkstelligen sei. Dass Hertha BSC beim Wohltätigkeits-Kick gegen den Landeslisten FC Schwedt einige Treffer erzielen würde, war vorauszusehen, doch eigentlich wollten die Oderstädter am Ende zumindest ein einstellige Bilanz vorweisen.

Da hatten sie aber nicht mit Hertha-Stürmer Vedad Ibisevic gerechnet, der vor 2243 Zuschauern im Stadion Heinrichslust nach Belieben traf. Zwischen der 69. und der 75. Minute durfte er vier Mal jubeln. Zwischendrin ließ er Alexander Baumjohann ein Tor (78.) erzielen, bevor Ibisevic zum Endstand von 10:0 traf (86.).

„Das hat Spaß gemacht“, sagte Ibisevic nach dem Spiel, von einer Traube begeisterter Fans umringt. „Jetzt kommt der harte Teil mit dreimal Training am Tag.“ Direkt nach der Partie fuhr der Hertha-Bus mit 30 Spielern und vier Torhütern ins Trainingslager nach Bad Saarow. „Das hier war nur eine Beschäftigungstherapie“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai.

Sohn von Ante Covic spielte

Dardai wechselte wie angekündigt kräftig durch. Alle dreißig Minuten stellte er eine neue Elf auf den Rasen. Der ersten gehörte Hajime ­Hosogai an, der am Sonntag wieder zum Team ­gestoßen war, nachdem Bursaspor die Option auf einen Vertrag nicht gezogen hatte.

Zu den auffälligsten Spielern gehörte er aber nicht. Stattdessen glänzte auf der rechten Seite der erst 18-jährige Maurice Covic, Sohn des U23-Trainers Ante Covic. Gemeinsam mit Mike Owusu (21) sorgte er für das Tempo, das Hertha zuletzt auf der Außenbahn gefehlt hatte.

Gemeinsam bereiteten sie den ersten Treffer der Partie vor (14.), den Arne Maier (17) nur noch ins Tor schieben musste – ein Nachwuchstor.

Erster Auftritt von Sami Allagui nach einem Jahr

Den zweiten Treffer erledigte Covic dann selbst (16.), bevor Salomon Kalou auch auf der linken für Bewegung sorgte und mit einem ansehnlichen Dribbling das 3:0 vorbereitet (Julian Schieber/23.). „Die erste und die letzte Gruppe hat schön kombiniert und einfach gespielt“, lobte Dardai. „Die dazwischen wollten ein bisschen zu kompliziert werden.“

Mit Ronny, Roy Beerens und Genki Haraguchi hatte sich die Partie enorm verlangsamt. Die Flanke zum 4:0 auf Sami Allagui kam von Thomas Kraft, der Torwart wurde als Rechtsverteidiger eingesetzt (44.).

Für den Deutsch-Tunesier war es der erste Auftritt im Hertha-Dress, nachdem er sich vor fast einem Jahr eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte. „Dass sich heute keiner verletzt hat, war das Wichtigste“, sagte Ibisevic. Mit Blick auf das anstehende Konditionstrainingslager schaute er weh­mütig auf den Rasen. „Das hier ­haben wir lieber gemacht als das, was jetzt kommt.“