Fussball

Die Rückkehr der verlorenen Hertha-Söhne

Aufsteiger SV Darmstadt 98 kommt mit Sandro Wagner und Peter Niemeyer nach Berlin. Und für die Fans gibt es Freibier.

Sandro Wagner (M.) und Peter Niemeyer (r.) spielen im Olympiastadion gegen ihren alten Verein. Links Luca Caldirola

Sandro Wagner (M.) und Peter Niemeyer (r.) spielen im Olympiastadion gegen ihren alten Verein. Links Luca Caldirola

Foto: Arne Dedert / dpa

Berlin.  Als Hauptwohnsitz gibt er an: „Berlin“. Doch am Sonnabend wird er die Gästekabine im Olympiastadion beziehen. „Ich freue mich, es wird ein besonderes Spiel“, sagt Peter Niemeyer. Seine Ehefrau samt Sohn Leonhard (3) sind in der Hauptstadt geblieben, als Niemeyer sich im vergangenen August dem SV Darmstadt angeschlossen hat.

Bei Hertha hatte der Ex-Kapitän keine Chance mehr erhalten, deshalb der Wechsel zum Aufsteiger. „Das ist vorbei“, sagt Niemeyer. „Wir spielen mit unseren Möglichkeiten eine sehr erfolgreiche Saison.“

Er kehrt gemeinsam mit einem anderen Ex-Herthaner ins Olympiastadion zurück: Sandro Wagner, im Sommer in Unfrieden aus Berlin gegangen, ist mit 13 Saisontoren der mit ­Abstand beste Angreifer der „Lilien“.

Wagner wird bei mehreren Klubs gehandelt

Während Niemeyer im Anschluss an seinen Drei-Jahres-Vertrag in Darmstadt einen weiteren Jahres-Kontrakt nach Karriereende bei Hertha hat (die Funktion ist noch offen), wird Wagner derzeit bei allen möglichen Klubs gehandelt, die auf Stürmer-Suche sind. Von Werder Bremen ist die Rede, von England. Aktuell liegt der Fokus beim Liga-15. (35 Punkte) jedoch auf dem Klassenerhalt.

Niemeyer sagt, ihm fallen regelmäßig zwei Sachen auf: „Egal, ob ich bei der Familie in Berlin bin oder in meiner Heimat bei Bremen – Darmstadt fliegen unheimlich viele Sympathien entgegen.“ Wen wundert’s, der Kampf des ­vermeintlichen Absteigers Nr. 1 fasziniert die Leute.

Darmstadt wird noch unterschätzt

Niemeyer: „Und wir werden nach wie vor unterschätzt von Gegnern und von den Fans.“ Das hat der Mittelfeldspieler auch bei Hertha ausgemacht. „Trainer Pal Dardai rechnet immer mit drei Punkten aus der Partie gegen Darmstadt.“

Hegt er noch Groll gegen Dardai, der ihn in der vergangenen Vorbereitung nicht berücksichtigt hatte? Niemeyer sagt: „Hertha spielt eine tolle Runde. Wer nach 32 Spieltagen auf Rang fünf liegt, hat eine Menge ­richtiger Entscheidungen getroffen.“

Für die Besucher des Olympiastadions: Sponsor Warsteiner spendiert zum letzten Saison-Heimspiel für jedes in dieser Saison erzielte Tor 100 Liter Pils. Bisher sind es 41 Treffer, also 4100 Liter. Beim Einlass ins Olympiastadion erhält jeder Zuschauer einen Coupon für ein ­Freigetränk über 0,3 Liter.