Bundesliga

Guardiola: "Wir werden in Berlin nicht Meister"

Wieder können die Bayern gegen Hertha Deutscher Meister werden – wenn Dortmund mitspielt. Ein Weltmeister muss dabei jedoch zuschauen.

Trainer Pep Guardiola will von einem Meistertitel in Berlin nichts wissen. Das Spiel bei Hertha ist ein Härtetest für das Champions-League-Halbfinale am Mittwoch bei Atlético Madrid

Trainer Pep Guardiola will von einem Meistertitel in Berlin nichts wissen. Das Spiel bei Hertha ist ein Härtetest für das Champions-League-Halbfinale am Mittwoch bei Atlético Madrid

Foto: Adam Pretty / Bongarts/Getty Images

München.  Pep Guardiola schüttelte energisch den Kopf. „Nein, nein“, eine Feier werde es definitiv nicht geben, sollte der FC Bayern schon am Sonnabend bei Hertha BSC den historischen vierten Titel in Serie holen. Zu sehr ist beim Rekordmeister der Fokus auf das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Atlético Madrid am Mittwoch gerichtet – die obligatorische Titelsause auf dem Rathausbalkon am Marienplatz muss warten.

Und überhaupt: So recht glauben die Münchner ohnehin nicht daran, dass es schon nach dem 31. Spieltag mit der 26. Meisterschaft klappt. „Dortmund wird in Stuttgart gewinnen“, betonte der Bayern-Coach.

„Wir denken nicht, dass wir Meister werden können“, sagte auch Kapitän Philipp Lahm. Um vorzeitig Meister zu werden, müsste der FC Bayern gewinnen, der BVB aber zeitgleich beim VfB verlieren.

Guardiola appelliert seine Stars vor den entscheidenden Wochen

Die Voraussetzung, sich im dritten Jahr in Folge ausgerechnet gegen Hertha den Titel zu sichern, wollen die Münchner aber auf jeden Fall schaffen. „Wir wollen gewinnen und einen weiteren Schritt in Richtung Titel machen“, betonte Lahm.

Guardiola appellierte deshalb noch einmal an seine Stars, im Endspurt nicht nachzulassen. „Wenn wir gewinnen, ist es fast vorbei. Aber wir sind noch nicht deutscher Meister, das dürfen wir nicht vergessen. Du bist erst Meister, wenn Philipp die Schale in die Höhe streckt.“ Der erneute Titel wäre aber „eine große Ehre, richtig gut“.

Doch vor seinem Abschied zu Manchester City soll es diesmal mit dem Triple klappen. Entsprechend kreisen die Gedanken der Münchner längst um Atlético. „Wir wollen gut spielen und das Spiel als Vorbereitung nutzen für unser schweres Halbfinale. Das ist unser Ziel“, meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Man dürfe sich „nicht ablenken lassen“, ergänzte Thomas Müller.

Boateng für Atlético eine Option – Robben fällt definitiv aus

In den beiden vergangenen Jahren hatten sich die Bayern, nachdem sie 2014 am 27. Spieltag (3:1 bei Hertha) und 2015 am 30. Spieltag dank eines 1:0 gegen die Berliner und der Wolfsburger Niederlage einen Tag später in Mönchengladbach (0:1) den Titel gewonnen hatten, einlullen lassen. Die Quittung: Im Halbfinale der Champions League scheiterte man gegen Real Madrid und Barcelona. Dies soll sich nicht wiederholen.

Ob Weltmeister Jerome Boateng, der laut Guardiola für Berlin noch kein Thema ist, gegen Atlético wieder dabei sein kann, ist offen. „Das ist ein Ziel. Aber ich muss schauen, ob es wirklich geht. Ich will kein Risiko eingehen“, sagte der 27-Jährige. Grundsätzlich entscheide nur er über den Zeitpunkt, fügte er an. Derzeit sehe er sich nach monatelanger Verletzungspause wegen eines Muskelrisses im Adduktorenbereich bei 90 Prozent.

Fraglich ist auch, wann Superstar Arjen Robben dem FC Bayern wieder zur Verfügung steht. Der 32 Jahre alte Niederländer absolvierte nach seinen Adduktorenproblemen zwar schon wieder Steigerungsläufe, ist aber für das Atlético-Spiel wohl noch keine Option. Da müsse schon „ein Wunder“ passieren, sagte Guardiola.