Fußball-Bundesliga

Hertha schafft gegen Hannover nur ein 2:2

Die Berliner schaffen gegen den Tabellenletzten nur ein 2:2 und müssen den nächsten Dämpfer im Kampf um die Champions League hinnehmen.

Herthas Salomon Kalou (l.) und Hannovers Artur Sobiech kämpfen um den Ball

Herthas Salomon Kalou (l.) und Hannovers Artur Sobiech kämpfen um den Ball

Foto: Henning Kaiser / dpa

Per Skjelbred schüttelte den Kopf, Trainer Pal Dardai diskutierte mit Torwart Rune Jarstein, aus der Ostkurve gab es ein leises Pfeifkonzert: Bei Hertha BSC war niemand zufrieden. Gegen den Tabellenletzten Hannover 96 mussten sich die Berliner am Freitag mit einem 2:2 (1:1) begnügen.

Nichts war es geworden mit der erhoffen Wiedergutmachung nach der 0:5-Klatsche in Mönchengladbach. Statt eines großen Schritts in Richtung Champions League machte Hertha mit dem siebten Saison-Remis nur einen kleinen, liegt aber weiter mit vier Punkten Vorsprung vor Gladbach und Leverkusen (je 44 Zähler).

Ibisevic: "Ein guter Punkt für uns"

„Ich finde nicht, dass wir gegen Hannover gestolpert sind. Sie haben uns das Leben richtig schwer gemacht, deshalb ist das ein guter Punkt für uns“, sagte Torschütze Vedad Ibisevic. Der Bosnier hatte Hertha schon in der dritten Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Doch die Niedersachsen drehten die Partie durch die Treffer von Artur Sobiech (18.) und Manuel Schmiedebach (58.), ehe Salomon Kalou zum 2:2-Endstand traf (72.). „Wir müssen am Ende froh über den Punkt sein, denn wir hätten so ein Spiel auch verlieren können“, sagte Dardai.

Der Ungar ließ diesmal rotieren: So mussten Kapitän Fabian Lustenberger und Dauerläufer Vladimir Darida auf die Bank. Stattdessen rutschten Peter Pekarik und Sebastian Langkamp ins Team. Und es begann gut. Ein Antritt von Marvin Plattenhardt auf der linken Seite, Flanke, in der Mitte war Ibisevic eine Schuhspitze vor 96-Torwart Ron-Robert Zieler am Ball, 1:0 (3.), Saisontreffer Nummer neun für den Bosnier.

Alles klar, der Favorit nimmt Kurs Richtung Königsklasse – bei Hannover darf sich Interimstrainer Daniel Stendel, der unter der Woche den Job des entlassenen Thomas Schaaf übernommen hatte, auf Liga zwei vorbereiten? Weit gefehlt. „Wir haben nach dem 1:0 vielleicht gedacht, dass wir die größte Hürde schon genommen haben und sie so wieder ins Spiel kommen lassen“, sagte Kalou. Torgefährlich waren nun nämlich vor allem die Gäste. Hannover kombinierte fleißig. Schmiedebach auf Hiroshi Kyotake, der Japaner weiter auf Sobiech, und der schob flach ins rechte Eck ein, Ausgleich 1:1 (18.).

Kein Druck von Hertha

Hertha war beeindruckt und vermochte keinen Druck mehr aufzubauen. Daran änderte sich auch nach der Pause nichts. Stattdessen schöpften die Gäste Mut. Hannovers Kenan Karaman überlief Langkamp spielend, passte von der Grundlinie zurück – aus zehn Metern schaufelte Schmiedebach den Ball ins lange Eck, 1:2 (58.).

Bei Hertha kam Darida für den diesmal schwachen Mitchell Weiser, der nach seiner fünften Gelben Karte am Sonnabend in einer Woche in Hoffenheim gesperrt ist. Nun wurde das Publikum nervös: „Kämpfen, Hertha, kämpfen“, forderte die Ostkurve. Selbst erfahrene Spieler ließen sich anstecken. Langkamp leistete sich einen leichten Ballverlust 30 Meter vor dem eigenen Tor, der Innenverteidiger konnte den enteilenden Noah-Joel Sarenren-Bazee nur per Foul stoppen – Gelbe Karte (66.).

Schieber kommt und bereitet sofort den Ausgleich vor

Dardai erhöhte das Risiko, brachte erst zum zweiten Mal in dieser Saison Julian Schieber. Der Stürmer belohnte das Vertrauen gleich mit seiner ersten Aktion. Wuchtig setzte sich Schieber im 96-Strafraum gegen zwei Verteidiger durch, seine scharfe Flanke verwandelte Kalou zum 2:2 (72.). Kalou der Hannover-Schreck, im Hinspiel hatte er dreimal getroffen.

Nun endlich zeigte Hertha Leidenschaft vor 45.229 Zuschauern und kämpfte um jeden Ball. Doch mehr als ein Kopfball von Niklas Stark, den Zieler unmittelbar vor der Linie abfing, war nicht los (90.). Mehr als einen Punkt hatte sich der Hauptstadt-Klub für diese Leistung gegen die wacker kämpfenden Niedersachsen auch nicht verdient. „Ein Punkt ist besser als keiner, wir müssen positiv bleiben“, sagte zwar Kalou. Sein Trainer aber sah auch das Negative des Abends: „Wir müssen uns wieder steigern. Denn wenn wir weiter nicht so kompakt stehen, werden wir Probleme bekommen“, sagte Dardai. Mit Blick auf das Restprogramm von Hertha (Hoffenheim/auswärts, Bayern/heim, Leverkusen/a, Darmstadt/h, Mainz/a) kann es sein, dass die beiden Punkte gegen Hannover am Ende bitter fehlen werden.