Umzug aus Olympiastadion

Gegenbauer: Hertha-Arena auch in Brandenburg denkbar

Die Hertha-Geschäftsführung befasst sich seit einiger Zeit mit Alternativen zum Olympiastadion. Eine Machbarkeitsstudie ist in Planung.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer

Foto: Britta Pedersen / dpa

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hat sich nun erstmals öffentlich zu Plänen für ein Hertha-Stadion geäußert. Es gebe „Vorfeld-Recherchen, die eine grundsätzliche Machbarkeit beurteilen“, sagte er der "B.Z.". Eine Studie dazu solle „bald“ in Auftrag gegeben werden. Eine genaue Zeitplanung konnte Gegenbauer aber ebenso wenig nennen wie die konkrete Finanzierung des Projekts Hertha-Arena. „Unser Stadion wird die öffentliche Hand nicht bezahlen... Wir benötigen dafür einen Investor“, sagte Gegenbauer. Bei den Ticketpreisen wolle der Klub darauf achten, dass sie bezahlbar bleiben.

Zunächst müsse Hertha aber den 2017 auslaufenden Mietvertrag mit dem Olympiastadion verlängern, erklärte der Hertha-Präsident. Gegenbauer beklagte, dass die Zuschauerentwicklung mit den sportlichen Erfolgen der Hertha nicht mithalte. Durch die neue Arena solle, wie schon bei anderen Vereinen geschehen, auch der Zuschauerschnitt erhöht werden.

>>>Ein neues Stadion soll Hertha mehr Punkte bringen<<<

Zuvor war Manager Michael Preetz in die Offensive gegangen, hatte die stagnierenden Fanzahlen beklagt. „Wir spielen unsere beste Saison seit Jahren, und der Zuschauerschnitt ist schlechter als in der Saison, als wir abgestiegen sind“, so Preetz. Der Manager wünscht sich ein reines Fußballstadion mit weniger Plätzen.

Eine Folge der Sitz-Verknappung wäre, dass praktisch jedes Bundesliga-Spiel ausverkauft wäre. Weil Hertha mehr Dauerkarten verkaufen würde. Nur so wären die Fans sicher, bei den Höhepunkten dabei zu sein. Preetz: „Allein, was die Ostkurve an Stimmung macht, wenn ich mir das in einem Fußball­stadion vorstelle...“

Ein Beispiel ist der FC Bayern. Dort haben sich die Stimmung im Stadion und die Vermarktungssituation verbessert, seit die Bayern 2005 vom Olympiastadion in die Allianz Arena umgezogen sind. Im Idealfall, so das interne Hertha-Szenario, ist das Fußballstadion Teil eines Umfeldes mit Hotel, Veranstaltungszentrum und einer Mall.

Noch ist unklar, wo die neue Arena gebaut werden könnte. In Berlin? Oder womöglich auch in Brandenburg. Hertha-Präsident Werner Gegenbauer schloss auch diese Option gegenüber der "B.Z." nicht aus. „Unsere Gedanken müssen nicht an der Stadtgrenze aufhören“, sagte er.