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Julian Draxler ist Wolfsburgs Hochbegabter mit dem Rucksack

Vor dem Spiel gegen Hertha BSC hoffen sie beim VfL Wolfsburg, dass Julian Draxler endlich aus dem Talentstatus rauswachsen kann

Julian Draxler schoss beim 3:2 gegen Gent in der Champions League am Mittwoch zwei Tore für den VfL Wolfsburg

Julian Draxler schoss beim 3:2 gegen Gent in der Champions League am Mittwoch zwei Tore für den VfL Wolfsburg

Foto: Marius Becker / dpa

Auch der Teammanager der deutschen Nationalelf fand nette Worte für Julian Draxler: „Er ist ein außergewöhnliches Talent“, sagte Oliver Bierhoff der „Bild“, nachdem Draxler den VfL Wolfsburg mit zwei Toren zum 3:2-Sieg gegen Gent in der Champions League geführt hatte. Bierhoff war stets einer, der sich um Draxler kümmerte: Als er 2012 die Schule abbrechen wollte, weil sie mit dem Fußball nicht mehr zu vereinbaren schien, bot ihm Bierhoff an, mit ihm zu lernen.

Vielleicht ist Bierhoffs Aussage jetzt auch als Nachhilfe gemeint. Denn dass Draxler ein außergewöhnliches Talent ist, wusste man. Nur nicht, ob er aus diesem Status je herauswachsen kann. Deshalb schob Bierhoff dem Lob nach: Draxler habe außergewöhnliche Qualitäten, „die er noch konstanter abrufen muss“.

36 Millionen Euro zahlte der VfL für den De-Bruyne-Ersatz

Im Sommer wechselte der 22-Jährige von Schalke 04. Da war er stets das Talent geblieben. Und er trug dort den schweren Rucksack, der bei diesem emotionalen Klub dem aufgesetzt wird, der aus der eigenen Jugend kommt und die Hoffnungen auf eine glorreiche Zukunft des Vereins weckt: Mesut Özil. Draxler. Leroy Sané.

36 Millionen Euro hatte Wolfsburg angeblich für den Mittelfeldspieler bezahlt, weil man einen Nachfolger für Kevin De Bruyne brauchte. Auch diesen Rucksack musste Draxler erst tragen lernen. „Ich weiß, dass ich mit einer großen Erwartungshaltung geholt wurde. Ich weiß, wenn es mal nicht so gut läuft, wird viel an mir festgemacht“, sagte er.

26 Pflichtspiele, zwölf Torbeteiligungen

Nach einer halben Saison beim VfL, in der der Nationalspieler zwar ordentlich spielte (26 Pflichtspiele, sieben Tore, fünf Vorlagen), aber nicht außergewöhnlich, hinterließ er gegen Gent den Eindruck, als könne er erfüllen, was im Beiwort „Talent“ an Erwartungen steckt: „Julian ist ungefähr das Beste, was es im deutschen Fußball gibt“, schwärmte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs.

Beim VfL hoffen sie dank Draxlers Form, dass am Sonnabend gegen Hertha BSC der dritte Sieg in einer Woche gelingt. Einen neuerlichen Rucksack aber wollen sie ihm nicht aufsetzen: „Julian ist immer noch ein junger Spieler und braucht Zeit“, sagte Allofs.

Draxler selbst kennt jetzt das Geschäft. Und deshalb sagte er nach all dem Lob: „Es kann auch schnell wieder in die andere Richtung gehen.“