Vladimir Darida

Herthas Pokal-Spezialist kann in Heidenheim doch spielen

Der Tscheche hat eine ungewöhnliche Pokal-Bilanz und seine Blessur überstanden. Fabian Lustenberger dagegen bleibt fraglich.

Bundesliga-Alltag: Vladimir Darida (vorne) kämpft gegen Santiago Garcia von Werder Bremen um den Ball

Bundesliga-Alltag: Vladimir Darida (vorne) kämpft gegen Santiago Garcia von Werder Bremen um den Ball

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Berlin.  – Vladimir Darida hat eine ungewöhnliche Vorliebe. Der Tscheche steht auf den deutschen Pokalwettbewerb. Und die Zuneigung scheint offenbar erwidert zu werden. Auf diese Idee jedenfalls kann man kommen, wenn man Da­ridas Quote liest: Sieben Partien im DFB-Pokal hat der 25-Jährige bisher für Hertha BSC (drei) und den SC Freiburg (von 2013 bis 2015 vier) absolviert.

Dabei war er an sieben Toren direkt beteiligt – drei Treffer erzielte er selbst, vier bereitete er vor. Fragt man Darida nach seiner Pokal-Affinität, zuckt er etwas überrascht mit den Schultern. Es ist bisher eine eher unbewusste Liaison.

Darida ist an der Hälfte aller Berliner Pokal-Tore beteiligt

Hertha kann sich also kaum erlauben, auf diesen Pokal-Spezialisten zu verzichten, wenn die Berliner am Mittwoch im Viertelfinale beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim antreten, um erstmals seit 35 Jahren wieder ein Pokalhalbfinale zu erreichen. Doch bis Dienstag sah es so aus, als müsse Trainer Pal Dardai zum ersten Mal in dieser Spielzeit überhaupt ohne Darida auskommen. Der Mittelfeldspieler hatte Schmerzen an der Achillessehne, nachdem ihm da am Sonnabend jemand reingetreten hatte.

Doch nun kann Dardai aufatmen: Darida nahm am Dienstag beim Abschlusstraining der Herthaner vor der Abreise nach Heidenheim teil. Damit dürfte er auch gegen den Zweitliga-Achten zum Einsatz kommen.

Besser ist das auch für Hertha: Von insgesamt sechs Toren in dieser bisher so reibungslosen Pokalsaison war Darida an drei direkt beteiligt (zwei Tore, eine Vorlage).

Härtetest vor dem „Pokal-Fight“

Damit dürfte zumindest eine Herzkammer des Berliners Spiels ihren Dienst wieder aufnehmen. Ob auch die zweite den Pulsschlag mitbestimmen wird können, entscheidet sich allerdings erst kurz vor der Partie: Kapitän Fabian Lustenberger, Daridas Nebenmann im zentralen Mittelfeld, konnte wegen seiner Knieprobleme am Dienstag nicht trainieren.

Aber der Schweizer, der wie Darida bisher in jeder Partie der Saison in der Startelf stand, reiste mit nach Ostwürttemberg. Beim Anschwitzen vor dem von Dardai erwarteten „Pokal-Fight“ wird er einen Härtetest absolvieren.

Und die Chancen auf seinen Einsatz stehen gar nicht so schlecht. Mit ihm und Darida will Hertha dafür sorgen, dass die neuerliche Romanze mit dem bisher eher ungeliebten Pokalwettbewerb kein abruptes Ende nimmt.